Kaufratgeber · Lesezeit ca. 6 Min.
Kaum eine Schulmaterialliste kommt ohne ihn aus: Der Zeichenblock ist das Standardpapier für den Kunstunterricht. Auf ihm entstehen Deckfarbenbilder, Bleistiftzeichnungen, Collagen und Mischtechniken. Typisch ist ein kopf- oder rundum verleimter Block mit stabilem, weißem Papier um 100 bis 120 g/m², in DIN A4 oder DIN A3. Darüber hinaus gibt es Zeichenblöcke mit schwerem Papier für Jugendliche und Erwachsene, spezielle Markerblöcke und Mixed-Media-Ausführungen. Im Sortiment finden Sie Zeichenblöcke von OXFORD, Pelikan, folia, herlitz, Edition Dürer, Lumart®, LANDRÉ®, RÖMERTURM, FABER-CASTELL und EBERHARD FABER.
Was ein Zeichenblock leisten muss
Im Kunstunterricht wird das Papier härter beansprucht, als man denkt. Ein Bild wird vorgezeichnet, radiert, mit Deckfarben gemalt, mit dem Pinsel nachkorrigiert und am Ende vielleicht noch mit Filzstift umrandet. Ein guter Zeichenblock bietet deshalb:
- Genug Grammatur, damit Deckfarbe nicht sofort Wellen wirft und das Blatt beim Trocknen wieder einigermaßen plan wird.
- Eine radierfeste Oberfläche, die bei Korrekturen nicht aufraut.
- Hohe Weiße, damit Farben leuchten.
- Saubere Verleimung, sodass sich Blätter ohne Einreißen lösen lassen.
Grammatur und Einsatz im Vergleich
| Grammatur (Beispiele im Sortiment) | Charakter | Passend für |
|---|
| 100 g/m², z. B. Pelikan, herlitz, LANDRÉ®, Edition Dürer green | leicht, günstig pro Blatt | Grundschule, Bleistift, Buntstift, sparsame Deckfarbe |
| 120 g/m², z. B. Pelikan DIN A4, OXFORD Schule | Standard laut vielen Schullisten | Kunstunterricht mit Deckfarben ab Klasse 3 oder 5 |
| 140 g/m² gekörnt, z. B. folia | spürbare Struktur | Wachsmalkreide, Pastell, Buntstift-Schichtungen |
| 160 bis 200 g/m², z. B. OXFORD Drawing | stabil, fast kartonartig | Oberstufe, Hobby, Tusche und Mischtechnik |
| 180 g/m² Markerpapier, z. B. OXFORD Marker | für Alkoholmarker ausgelegt | Design, Illustration, Layouts |
| 250 g/m² Mixed Media, z. B. Lumart® Edition DÜRER | trägt Nass- und Trockentechnik | Jugendliche, Erwachsene, Kreativkurse |
Die Zuordnung ist ein Richtwert. Wichtig ist der Blick auf die Materialliste: Schreibt die Schule „DIN A3, 100 g/m²“ vor, sollte genau dieses Papier gekauft werden, damit alle Kinder auf vergleichbarem Material arbeiten.
DIN A4 (210 × 297 mm) ist handlich und passt in die Schultasche. Viele Grundschulen verlangen A4 für die ersten Jahre.
DIN A3 (297 × 420 mm) ist das Format des Kunstunterrichts in der weiterführenden Schule. Größere Flächen fördern großzügiges Malen, verlangen aber eine Zeichenmappe für den Transport.
DIN A2 (420 × 594 mm), etwa beim Pelikan Zeichenblock mit 100 g/m² und 10 Blatt, eignet sich für Plakate, Gemeinschaftsarbeiten und Projekttage.
Zeichenblöcke für die Schule richtig kaufen
1. Materialliste prüfen: Format, Grammatur und Blattzahl notieren. 2. Blattzahl vergleichen: Im Sortiment liegen Schulblöcke häufig bei 10, 18 oder 20 Blatt, Drawing-Blöcke von OXFORD auch bei 40 Blatt. 3. Mehrfachpacks nutzen: Zum Beispiel Zeichenblöcke mit dem Motiv Kugel und Kegel in DIN A4, 100 g/m², 20 Blatt im Fünferpack. Das spart bei mehreren Kindern oder ganzen Klassen. 4. Motiv oder schlicht? Motivdeckblätter wie Pelikan Zoo oder herlitz GREENline Elefant gefallen Kindern, inhaltlich zählt das Papier. 5. Zeichenmappe nicht vergessen: Für A3 ist eine Mappe Pflicht, sonst knicken die Bilder auf dem Schulweg.
Beispielrechnung für eine Schule
Eine Grundschule mit 8 Klassen zu je 24 Kindern, im Kunstunterricht etwa 20 Bilder pro Kind und Schuljahr:
- 8 × 24 × 20 = 3.840 Blatt
- bei Blöcken mit 20 Blatt: 192 Blöcke
- plus etwa 10 Prozent Reserve für Fehlversuche und neue Kinder: rund 210 Blöcke
Diese Werte sind Richtwerte. Viele Schulen und Fördervereine beschaffen Zeichenblöcke zentral, damit alle Kinder einheitliches Papier haben. Der Kauf auf Rechnung ist möglich, Staffelpreise helfen bei großen Mengen, und Kostenstellen im Kundenkonto ordnen die Bestellung einzelnen Klassenstufen zu.
Ideen für den Kunstunterricht und zu Hause
Der Zeichenblock ist vielseitiger, als die Schulliste vermuten lässt. Einige bewährte Aufgaben, die mit einem normalen Block um 100 bis 120 g/m² gelingen:
- Farbkreis: Mit den drei Grundfarben aus dem Deckfarbkasten alle Mischfarben erarbeiten und als Kreis anordnen.
- Schraffurtafel: Ein Blatt in Felder teilen und mit Bleistift von ganz hell bis ganz dunkel schraffieren – eine Grundübung für Licht und Schatten.
- Stillleben mit Kugel und Kegel: Einfache Grundkörper zeichnen und Schatten anlegen, wie es das Motiv eines unserer Mehrfachpacks schon andeutet.
- Collage: Ausgeschnittene Zeitschriftenbilder auf den Zeichenkarton kleben und mit Farbe übermalen. Das schwerere Papier trägt den Kleber, ohne sich stark zu wellen.
- Druckversuche: Kartoffeldruck oder Stempel aus Moosgummi auf A3-Blättern, ideal für Projekttage.
Für Bastelarbeiten mit farbigem Grund ergänzt Tonpapier den weißen Zeichenblock.
Recycling und Umweltlabel
Mehrere Zeichenblöcke setzen auf umweltfreundlichere Rohstoffe, zum Beispiel die Serie Edition Dürer green oder herlitz GREENline. Bei Recyclingpapier lohnt ein Blick auf Weiße und Oberfläche: Für Bleistift und Buntstift ist es meist problemlos, bei Deckfarben sollte das Papier nicht zu saugfähig sein. Auf der Produktseite finden Sie die Angaben zu Rohstoffen und Siegeln.
Häufige Probleme im Kunstunterricht
- Papier wellt nach Deckfarbe: zu viel Wasser im Pinsel. Kinder anleiten, den Pinsel abzustreifen, oder einen Block mit 120 g/m² oder mehr wählen.
- Farbe deckt nicht: Deckfarbe zu dünn angerührt. Weniger Wasser, mehr Pigment.
- Bild reißt beim Abtrennen: Erst trocknen lassen, dann von der Leimkante her lösen.
- Radierte Stellen nehmen Farbe fleckig an: Vorzeichnung nur leicht anlegen und wenig radieren.
- Marker blutet durch: Für Alkoholmarker gibt es spezielles Markerpapier wie den OXFORD Zeichenblock Marker.
Abgrenzung zu den anderen Kreativblöcken
Der Zeichenblock ist der Allrounder für Schule und Hobby. Wer Kindern einfach Malpapier für Buntstift und Wachsmalkreide hinlegen möchte, kommt mit dem leichteren Malblock günstiger aus. Für schnelle Trockenstudien in großen Mengen eignen sich Skizzenblöcke, für ein gebundenes visuelles Tagebuch das Skizzenbuch. Wer echte Aquarelltechnik mit Lasuren und Nass-in-Nass-Malerei betreibt, braucht einen Aquarellblock mit deutlich schwererem Papier.
Lagerung und Aufbewahrung
Lagern Sie Zeichenblöcke flach, trocken und vor Sonne geschützt, damit das Papier nicht vergilbt und sich nicht verzieht. Fertige Bilder bewahren Sie in einer Zeichenmappe auf, Pastell- und Kreidebilder mit Zwischenpapier. In Schulen hat sich ein Klassensatz in einem Rollwagen oder Planschrank bewährt, aus dem die Lehrkraft Blöcke ausgibt. Angebrochene Blöcke sollten mit dem Namen des Kindes beschriftet werden, damit sie im nächsten Schuljahr weiterverwendet werden können und kein Papier ungenutzt im Schrank verstaubt.
Kleines Glossar
- Grammatur: Flächengewicht des Papiers in g/m²; höher bedeutet dicker und stabiler.
- Gekörnt: Papier mit fühlbarer Oberflächenstruktur, die Kreide und Buntstift festhält.
- Mixed Media: Papier, das trockene und nasse Techniken auf einem Blatt verträgt.
- Markerpapier: glattes Papier, das Alkoholmarker gleichmäßig aufnimmt und weniger durchbluten lässt.
- Deckfarbe: deckende Wasserfarbe aus dem Schulfarbkasten, im Gegensatz zur lasierenden Aquarellfarbe.