Kaufratgeber · Lesezeit ca. 7 Min.
Totgesagte leben länger: In Arztpraxen, Apotheken, Pflegediensten, Kanzleien, Behörden und vielen Handwerksbetrieben ist das Faxgerät nach wie vor im Einsatz – für Rezeptanforderungen, Bestellungen beim Großhandel, Aufträge oder Schriftverkehr mit Stellen, die noch kein anderes Verfahren nutzen. Viele dieser Normalpapier-Faxgeräte drucken nicht mit Tinte oder Toner, sondern mit einer Thermo-Druckfolie, auch Thermotransferfolie, Faxfolie, Farbfolie oder Faxrolle genannt. Sie ist günstig, robust und in einer Minute gewechselt. Dieser Ratgeber erklärt, welche Folie in Ihr Gerät gehört, wie Sie den Bedarf planen und warum benutzte Folien ein Datenschutzthema sind.
So funktioniert die Druckfolie
Die Folie läuft von einer Vorratsrolle auf eine Aufwickelrolle. Ein Thermodruckkopf erhitzt sie zeilenweise und punktgenau, die Farbschicht löst sich an diesen Stellen und wird auf normales Papier übertragen. Das Ergebnis sind Faxe auf Normalpapier, die nicht vergilben, sich problemlos abheften und archivieren lassen – ganz im Gegensatz zu altem Thermopapier, dessen Schrift mit der Zeit verblasst. Die gleiche Folie wird übrigens auch beim Kopieren mit dem Faxgerät genutzt.
Folientypen: Nachfüllrolle, Kassette, Starterfolie
| Typ | Inhalt | Wann geeignet |
|---|
| Nachfüllrolle (Refill, „RF“) | Folienrolle ohne Kassette, oft mit Spulen | wenn die Kassette aus der Erstausstattung vorhanden ist |
| Kassette mit Folie | Folie fertig in einer Kunststoffkassette | Erstausstattung, beschädigte Kassette, schneller Wechsel |
| Mehrfachpack | zwei oder mehr Nachfüllrollen | regelmäßiger Faxeingang, Vorratshaltung |
| Starterfolie | kurze Rolle, die dem Gerät beiliegt | nur Erstinbetriebnahme, nicht einzeln gehandelt |
Die Brother-Bezeichnungen verstehen
Die meisten Folien in dieser Kategorie stammen von Brother. Sie tragen Bezeichnungen nach dem Muster PC-…, etwa PC-71RF, PC-72RF, PC-74RF, PC-75, PC-201, PC-204RF oder PC-301. Die Endung „RF“ steht für Refill – also eine Nachfüllrolle, die in die vorhandene Kassette eingelegt wird. Bei Bezeichnungen ohne diese Endung ist in der Regel eine komplette Kassette enthalten; das zeigt die Produktbeschreibung. Wichtig: Ähnliche Nummern bedeuten nicht automatisch Kompatibilität. Eine PC-71RF passt nicht in jedes Gerät, das eine PC-72RF verwendet. Maßgeblich ist immer die Liste der kompatiblen Faxgeräte auf der Produktseite.
Die richtige Folie in drei Schritten finden
1. Gerätemodell ablesen: Es steht auf der Vorderseite oder auf dem Typenschild an der Unterseite des Faxgeräts, zum Beispiel als FAX-…, T-… oder MFC-…. 2. Alte Folie prüfen: Auf der Verpackung, häufig auch auf der Kassette, steht die Bezeichnung der Folie. 3. Kassette vorhanden? Wenn ja, genügt die günstigere Nachfüllrolle. Wenn nicht oder wenn die Zahnräder beschädigt sind, wählen Sie eine Variante mit Kassette.
Original oder kompatibel?
Neben den Originalfolien von Brother gibt es kompatible Folien, etwa von KMP für Faxgeräte von Philips. Kompatible Folien sind eine wirtschaftliche Alternative für den laufenden Betrieb. Achten Sie auf die genaue Gerätezuordnung und darauf, dass Rolle und Kern sauber in die Kassette passen. Bei manchen Geräten erkennt das Fax die Folie über einen Reflektor oder eine Markierung am Folienende; kompatible Folien bilden dieses Merkmal in der Regel nach.
Rechenbeispiel: Wie lange reicht eine Rolle?
Eine Folienrolle reicht je nach Modell als Richtwert für rund 100 bis über 400 Seiten. Weil jede Seite unabhängig vom Inhalt den gleichen Folienabschnitt verbraucht – ein fast leeres Fax kostet so viel Folie wie eine eng beschriebene Seite –, lässt sich der Bedarf sehr genau kalkulieren. Ein Beispiel mit angenommenen Werten:
- Faxeingang: 10 Seiten pro Arbeitstag, dazu 2 Kopien.
- Verbrauch: 12 Seiten pro Tag, rund 240 Seiten im Monat bei 20 Arbeitstagen.
- Rollenkapazität: 140 Seiten.
- Ergebnis: knapp zwei Rollen pro Monat – ein Viererpack deckt etwa zwei Monate ab.
Rechnen Sie mit Ihrer tatsächlichen Seitenzahl und der Kapazität laut Produktseite. Hilfreich ist der Faxbericht vieler Geräte, der die Zahl der empfangenen Seiten ausweist.
Folie wechseln ohne Falten
1. Gerät öffnen, alte Rolle mitsamt Spulen entnehmen. 2. Bei Nachfüllrollen die Spulen bzw. Zahnräder auf die richtige Seite der Kassette setzen – auf Farbmarkierung oder Form achten. 3. Neue Rolle einlegen, die Folie dabei nicht knicken. 4. Folie straff ziehen; viele Kassetten haben ein Zahnrad zum Spannen. 5. Gerät schließen, auf Fehlermeldungen achten und eine Testkopie erstellen.
Faltige Folie ist die häufigste Ursache für Streifen und weiße Lücken auf Faxen. Legen Sie die neue Rolle möglichst auf einer sauberen, ebenen Fläche bereit und berühren Sie die Folie nur an den Rändern.
Fehlerdiagnose
| Symptom | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|
| Leere Seiten | Folie verkehrt herum, Farbschicht zeigt nicht zum Papier | Laufrichtung anhand der Markierung prüfen und neu einlegen |
| Weiße Längsstreifen | Falten in der Folie, verschmutzter Druckkopf | Folie straffen, Druckkopf nach Handbuch reinigen |
| Meldung „Folie prüfen“ trotz neuer Rolle | Folie nicht gespannt, falsche Rolle, Sensor verdeckt | spannen, Kompatibilität prüfen, Klappe korrekt schließen |
| Folie reißt | zu straff gespannt, beschädigter Kern | Rolle neu einsetzen, nicht überspannen |
| Schwacher Druck an einer Seite | Folie läuft schräg | Rolle gerade einsetzen, Spulen prüfen |
| Folie ist schnell leer | viele Kopien oder Berichte, Werbefaxe | Sendebericht nur bei Bedarf drucken, Werbefaxe sperren |
Wichtiger Datenschutzhinweis
Eine benutzte Druckfolie enthält ein lesbares Negativ aller gedruckten Seiten. Wer die Folie gegen das Licht hält, kann jede Zeile im Original lesen. In Arztpraxen und Apotheken stehen dort Gesundheitsdaten, in Kanzleien Mandanteninformationen, in Personalabteilungen Gehaltsangaben. Nach der Datenschutz-Grundverordnung sind solche Daten durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu schützen – das gilt auch für das Verbrauchsmaterial.
So gehen Sie richtig vor:
- Verbrauchte Folien nicht in den Papierkorb oder Hausmüll werfen.
- Folien in einem verschlossenen Datenschutzbehälter sammeln, zusammen mit vertraulichen Akten.
- Vernichtung über einen zertifizierten Aktenvernichtungsdienstleister, der auch Folien annimmt, oder sorgfältiges Zerschneiden im Haus.
- Beim Austausch des Faxgeräts auch die eingesetzte Folie entnehmen und vernichten.
- Die Regelung kurz im internen Datenschutzkonzept festhalten, damit auch Vertretungen und Auszubildende Bescheid wissen.
Lagerung und Umwelt
Lagern Sie Faxfolien in der Originalverpackung, trocken, staubfrei und nicht in der Nähe von Heizkörpern oder in praller Sonne – Wärme kann die Farbschicht anlösen. Bewahren Sie die Kassette aus der Erstausstattung gut auf: Sie wird bei jeder Nachfüllrolle wiederverwendet und ist der Grund, warum Refills weniger Material verbrauchen als komplette Kassetten. Nach der datenschutzkonformen Vernichtung werden Folienreste entsprechend den örtlichen Entsorgungsvorgaben behandelt.
Zebra-Rollen im 12er-Gebinde
Neben Faxfolien finden Sie hier auch Bänder von Zebra der Serien 2300, 3200 und 5095 im Gebinde mit 12 Rollen. Dabei handelt es sich nicht um Faxfolien, sondern um Thermotransferbänder für Etikettendrucker: 2300 ist ein Wachsband, 3200 ein Wachs/Harz-Band und 5095 ein Harzband. Wann welche Klasse sinnvoll ist und wie Sie Band und Etikett kombinieren, erklärt unser Ratgeber zu Thermotransferbändern.
Wer heute noch eine Faxfolie braucht
- Arztpraxen und Pflegedienste: Verordnungen, Befunde und Rückfragen mit Kliniken und Apotheken.
- Apotheken: Bestellungen und Rückfragen bei Praxen und Lieferanten.
- Kanzleien und Notariate: Fristsachen und Schriftverkehr mit Gerichten und Behörden.
- Handwerk und Großhandel: Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine.
- Kommunen und Schulen: Kommunikation mit Stellen, die noch klassisch per Fax arbeiten.
Für Faxgeräte und Multifunktionsgeräte, die mit Tinte oder Toner drucken, finden Sie das passende Material über den Tinte- und Toner-Finder.