Kaufratgeber · Lesezeit ca. 9 Min.
Nicht jedes Papier kommt als Stapel in der Kopierpapier-Kiste. Kassen, Kartenterminals, Rechenmaschinen, Großformatdrucker, Nadeldrucker und Etikettendrucker arbeiten mit Rollen- und Endlospapier – also mit Papier, das ohne Unterbrechung durch das Gerät läuft und erst danach abgerissen, abgeschnitten oder an einer Perforation getrennt wird. So unterschiedlich die Geräte sind, so unterschiedlich sind die Anforderungen: Die Kasse im Laden braucht wärmeempfindliches Thermopapier, der Plotter im Planungsbüro breite Rollen mit tintenaufnahmefähiger Oberfläche, der Nadeldrucker im Lager gefalztes Tabellierpapier mit Lochrand. Dieser Überblick hilft Ihnen, die richtige Unterkategorie zu finden, Maßangaben sicher zu lesen und den Verbrauch im Betrieb sinnvoll zu planen.
Welches Papier gehört in welches Gerät?
Der schnellste Weg zum passenden Artikel führt über das Gerät, nicht über das Papier. Die folgende Tabelle ordnet die gängigen Gerätetypen den Papierarten in diesem Bereich zu.
| Gerät | Papierart | Typische Merkmale | Unterkategorie |
|---|
| Registrierkasse, Bondrucker, EC-/Kartenterminal | Thermopapier auf Rolle | schmale Breiten, z. B. 57 oder 80 mm, Druck durch Wärme | Thermorollen |
| Tischrechner mit Druckwerk, ältere Kassen | Normalpapier auf Rolle (Additionsrolle) | Druck per Farbband oder Farbrolle | dieser Bereich |
| Großformatdrucker, Plotter | breite Inkjet-Rollen | Breiten von 610 mm bis über 1.500 mm, viele Oberflächen | Plotterpapier |
| Nadeldrucker mit Traktor | Tabellierpapier, Leporello | Zickzack-Falz, Lochrand, ein- oder mehrlagig | Endlospapier |
| Etikettendrucker | Endlos-Etikettenband auf Rolle | Breite in mm, Länge frei schneidbar | Endlospapierrolle |
| Zeichentisch, Atelier, Klassenzimmer | Skizzenrolle | dünnes, oft transparentes Papier für Entwürfe | dieser Bereich |
Wer unsicher ist, schaut auf das Typenschild oder in die Bedienungsanleitung des Geräts. Dort stehen meist Papierbreite, maximaler Rollendurchmesser und das Druckverfahren. Mit diesen drei Angaben finden Sie in der passenden Unterkategorie zuverlässig den richtigen Artikel.
Die Unterkategorien im Überblick
Thermorollen für Kasse und Kartenzahlung
Thermorollen sind das Verbrauchsmaterial mit dem höchsten Durchsatz in Handel, Gastronomie und Dienstleistung. Der Drucker erzeugt das Schriftbild durch Wärme, ein Farbband oder eine Patrone entfällt. Im Sortiment finden Sie unter anderem Kassenrollen in 80 mm Breite, schmale Rollen in 57 mm für EC-Cash-Terminals und mobile Kartenleser sowie Zwischengrößen wie 44, 60 oder 62 mm. In der Unterkategorie erfahren Sie, wie Sie Rollenlänge, Kerndurchmesser und Außendurchmesser richtig abgleichen.
Plotterpapier für Pläne, Plakate und Fotos
Im Bereich Plotterpapier geht es um Rollen für Großformat-Tintenstrahldrucker. Die Spanne reicht von einfachem ungestrichenem Papier um 75 bis 80 g/qm für CAD-Pläne über gestrichene Qualitäten für farbige Präsentationen bis zu Fotopapier und Canvas. Hier zählen Rollenbreite, Grammatur und Oberfläche gleichermaßen.
Endlospapier für Nadeldrucker
Endlospapier, auch Tabellierpapier oder Leporellopapier genannt, ist zickzackgefalzt und hat an beiden Seiten eine Führungslochung für den Traktor eines Nadeldruckers. Es gibt einlagige Ausführungen und mehrlagige Sätze für Durchschläge, etwa für Lieferscheine oder Frachtpapiere, die in einem Druckgang mehrere Exemplare erzeugen sollen.
Endlospapierrollen für Etikettendrucker
Die Endlospapierrolle ist ein durchgehendes Etikettenband, aus dem der Etikettendrucker Etiketten in beliebiger Länge schneidet. Das Sortiment umfasst Originalrollen und kompatible Alternativen in Breiten von wenigen Millimetern für Kabel und Ordnerrücken bis zu breiten Bändern für Versandetiketten.
Additionsrollen und Skizzenrollen
Direkt in dieser Oberkategorie finden Sie außerdem Rollen, die keiner Unterkategorie zugeordnet sind. Additionsrollen aus Normalpapier laufen in druckenden Tischrechnern und in älteren Kassen, die mit Farbband arbeiten. Typische Formate sind 57 mm, 70 mm oder 76 mm Breite bei Längen von 25 bis 63 Metern, häufig im Mehrfachpack. Skizzenrollen sind dünne, meist transparente Papiere auf langen Rollen, etwa in 33 oder 91 cm Breite. Architekten, Designer und Zeichenlehrer nutzen sie, um Entwürfe zu überlagern, Grundrisse durchzupausen oder Varianten schnell nebeneinander zu skizzieren.
Maßangaben richtig lesen
Rollenpapier wird anders bemaßt als Bogenpapier. Statt DIN-Format und Blattzahl stehen Breite, Länge und oft Kern- oder Außendurchmesser im Artikelnamen.
- Breite: Sie muss exakt zum Papierfach oder zur Führung passen. Bei Kassenrollen ist sie meist in Zentimetern angegeben (5,7 cm, 8,0 cm), bei Plotterrollen in Millimetern (914 mm, 1067 mm), bei Etikettenbändern ebenfalls in Millimetern.
- Länge: Sie bestimmt, wie lange eine Rolle hält. Bei identischer Breite kann eine Rolle 9 Meter, eine andere 80 Meter lang sein – entscheidend ist, ob sie ins Gerät passt.
- Außendurchmesser: Gerade bei Kartenterminals und Bondruckern ist das Rollenfach klein. Eine lange Rolle mit großem Durchmesser lässt sich dann schlicht nicht einlegen.
- Kerndurchmesser: Der Innenkern muss auf die Aufnahme passen. Bei Plottern wird er oft in Zoll angegeben, typisch sind 2 oder 3 Zoll.
- Packungseinheit: „5 Rollen“, „10 Rollen“ oder „3 Rollen“ – vergleichen Sie Angebote immer über den Preis pro Meter oder pro Rolle, nicht über den Packungspreis.
Bei Plottern und Etikettendruckern begegnen Ihnen zudem Zollmaße. Zur Orientierung: 24 Zoll entsprechen etwa 610 mm, 36 Zoll etwa 914 mm, 42 Zoll etwa 1067 mm und 100 Fuß etwa 30,48 Metern – deshalb die auf den ersten Blick krumme Länge vieler Etikettenbänder.
Thermopapier oder Normalpapier?
Die häufigste Verwechslung in diesem Bereich betrifft Thermorollen und Additionsrollen. Beide sehen sich ähnlich, funktionieren aber grundverschieden. Ein Thermodrucker schreibt nur auf wärmeempfindlichem Papier – legen Sie eine Normalpapierrolle ein, bleibt der Bon leer. Umgekehrt nützt eine Thermorolle in einem Tischrechner mit Farbrolle nichts, denn das Druckwerk benötigt die Thermoschicht nicht und das Papier vergilbt zudem schneller.
So erkennen Sie den Unterschied ohne Etikett: Ziehen Sie mit dem Fingernagel kräftig und schnell über die Papieroberfläche. Entsteht ein dunkler Strich, ist es Thermopapier. Bleibt das Papier hell, handelt es sich um Normalpapier. Bei Thermorollen ist außerdem nur eine Seite beschichtet – sie muss beim Einlegen zum Druckkopf zeigen.
Einsatz nach Branche
Einzelhandel, Bäckerei und Gastronomie
Hier dreht sich fast alles um Kassenrollen und Rollen für Kartenterminals. Weil seit Einführung der Belegausgabepflicht zu jedem Kassenvorgang ein Beleg erstellt werden muss, ist der Verbrauch spürbar gestiegen. Wer mehrere Kassenplätze und ein oder zwei mobile Terminals betreibt, sollte beide Rollenbreiten getrennt bevorraten. Im Kundenkonto lassen sich solche Wiederholkäufe über Kostenstellen den einzelnen Filialen zuordnen.
Architektur, Ingenieurwesen und Planungsbüros
Plotterpapier ist hier das wichtigste Verbrauchsmaterial. Dazu kommen Skizzenrollen für die Entwurfsphase. Viele Büros halten eine günstige Standardqualität für Prüfpläne und eine hochwertigere, gestrichene Qualität für Präsentationen und Wettbewerbe vor.
Lager, Logistik und Produktion
Nadeldrucker mit Endlospapier sind in vielen Warenwirtschaftssystemen nach wie vor im Einsatz, weil sie mehrlagige Belege in einem Durchgang erzeugen. Dazu kommen Etikettendrucker für Regal-, Paket- und Behälteretiketten.
Büro, Verwaltung, Kanzlei und Praxis
Im Büro finden sich vor allem Additionsrollen für druckende Tischrechner, Etikettenbänder für Ordnerrücken und Ablagen sowie gelegentlich Thermorollen für das EC-Terminal am Empfang. In Praxen kommen Etiketten für Proben oder Akten hinzu.
Schule, Kita und Verein
Skizzenrollen und breites Plotterpapier eignen sich für Wandzeitungen, Projektplakate und Malaktionen. Vereine mit Kasse beim Sommerfest oder Kartenleser am Getränkestand benötigen kleine Mengen Thermorollen – hier lohnt ein Blick auf die passende Breite vor dem Fest, nicht am Festtag.
Verbrauch planen: eine Beispielrechnung
Ein Bäckereibetrieb mit zwei Kassen druckt pro Tag etwa 400 Bons, jeder Bon ist im Schnitt etwa 15 cm lang. Das ergibt rund 60 Meter Papier pro Tag. Bei Kassenrollen mit 80 Metern Länge reicht eine Rolle also etwa eineinhalb Tage pro Betrieb, bei 6 Öffnungstagen pro Woche werden etwa 4 bis 5 Rollen verbraucht. Rechnet man einen Puffer von zwei Wochen ein, sollten etwa 10 Rollen im Lager liegen. Die Zahlen sind Beispielwerte – messen Sie Ihre eigene durchschnittliche Bonlänge einmal mit dem Lineal nach, dann wird die Planung erstaunlich genau.
Für Plotterpapier funktioniert die Rechnung ähnlich: Ein A0-Plan im Hochformat beansprucht auf einer 914-mm-Rolle etwa 1,2 Meter Länge. Eine 50-Meter-Rolle liefert damit, inklusive Rand und Schnittverlust, ungefähr 38 bis 40 Pläne.
Richtig lagern
Rollen- und Endlospapier reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit, Wärme und Licht.
- Thermorollen dunkel, kühl und trocken lagern, nicht neben Heizkörpern oder in praller Sonne. Keinen Kontakt zu Weich-PVC, Ölen oder Fetten.
- Plotterrollen in der Originalverpackung lagern, idealerweise liegend in der Kartonhalterung oder stehend auf dem Kern, damit die Kanten nicht beschädigt werden.
- Endlospapier flach im Karton lassen, damit die Falzung nicht verzieht. Vor dem Einsatz einige Stunden im Raum akklimatisieren lassen.
- Etikettenbänder vor Staub schützen und nicht in Fahrzeugen oder an Fenstern lagern.
Marken im Sortiment
Für Großformatdrucker führen wir zahlreiche Rollen von HP sowie eine breite Auswahl von dots, die auch bei Thermo- und Additionsrollen stark vertreten ist. SIGEL und dundee liefern Endlospapier für Nadeldrucker. Etikettenbänder stammen von brother und LEITZ, kompatible Alternativen von G&G und MediaRange. Bei Kassen- und Additionsrollen finden Sie außerdem Exacompta, Blue4est®, OLYMPIA und HAUG. Skizzenrollen gibt es unter anderem von SCHOELLERSHAMMER.
Typische Fehler beim Kauf
1. Nur auf die Breite geachtet: Die Rolle passt in der Breite, ist aber zu dick für das Fach. Prüfen Sie den maximalen Rollendurchmesser. 2. Thermo und Normalpapier verwechselt: Ein leerer Bon ist fast immer die Folge einer falschen Papierart oder einer falsch herum eingelegten Rolle. 3. Kerndurchmesser übersehen: Plotterrollen mit dem falschen Kern lassen sich nicht oder nur mit Adapter einsetzen. 4. Zu viel auf einmal eingekauft: Thermopapier altert. Kaufen Sie lieber regelmäßig in passenden Mengen, Staffelpreise machen auch mittlere Mengen wirtschaftlich. 5. Lagenzahl beim Endlospapier vergessen: Wer Durchschläge braucht, muss mehrlagiges Papier bestellen – einlagiges Papier liefert nur ein Exemplar.
Für Unternehmen, Behörden und Einrichtungen ist der Kauf auf Rechnung möglich, sodass sich Verbrauchsmaterial wie Kassen- und Plotterrollen unkompliziert in die übliche Beschaffung einfügt.