Kaufratgeber · Lesezeit ca. 8 Min.
Ob Laterne im Herbst, Fensterbild im Winter, Osterkorb im Frühling oder Einladung zum Sommerfest: Bastelpapier gehört in Kitas, Grundschulen, Horten, Vereinen und Kreativwerkstätten zum festen Grundbedarf. Aber auch Büros, Praxen und Einzelhändler nutzen farbiges Papier, wenn es um Schaufensterdeko, Aktionsplakate, Tischkarten oder selbst gestaltete Urkunden geht. In dieser Kategorie finden Sie alle Papiere, die eher zum Gestalten als zum Drucken von Korrespondenz gedacht sind: durchgefärbtes Tonpapier, stabilen Fotokarton, dehnbares Krepppapier, lichtdurchlässiges Transparentpapier, gemusterte Motivblöcke und bedruckbares Motivpapier. Dieser Überblick hilft Ihnen, für jedes Projekt die passende Papiersorte zu wählen, den Bedarf realistisch zu planen und die Vorräte so zu lagern, dass sie auch nach Monaten noch gut aussehen.
Die sechs Papierarten auf einen Blick
Jede Sorte hat eine eigene Stärke. Die folgende Tabelle zeigt typische Grammaturen und Haupteinsatzgebiete. Die Grammaturangaben sind Richtwerte aus dem Sortiment; die genauen Werte stehen jeweils in der Artikelbeschreibung.
| Papierart | typische Grammatur | Charakter | häufige Einsätze |
|---|
| Tonpapier | etwa 120–130 g/m² | durchgefärbt, faltbar, gut schneidbar | Collagen, Faltarbeiten, Fensterschmuck, Wandgestaltung |
| Fotokarton | etwa 220–300 g/m² | steif, formstabil | Laternengerüste, Kronen, Masken, Karten, Schachteln |
| Krepppapier | etwa 32 g/m² | gekreppt, dehnbar, leicht | Blüten, Girlanden, Kostüme, Dekobänder |
| Transparentpapier | etwa 42–115 g/m² | lichtdurchlässig | Laternen, Fenstersterne, Tischlichter, Pausen |
| Motivblock | etwa 80–270 g/m² | gemustert, thematisch sortiert | Karten, Scrapbooking, Geschenkdeko |
| Motivpapier | etwa 90–100 g/m² | DIN-Format, mit Druckmotiv | Urkunden, Einladungen, Menükarten, Aushänge |
Die Faustregel: Je stärker das fertige Objekt stehen, tragen oder geknickt werden muss, desto höher sollte die Grammatur sein. Je mehr Licht durchscheinen oder je feiner sich das Material formen lassen soll, desto leichter darf es sein.
Tonpapier, Tonkarton, Fotokarton: Wo liegt die Grenze?
Diese drei Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergeworfen. Eine verbindliche Norm gibt es nicht, im Bastelbedarf haben sich aber folgende Richtwerte eingebürgert:
- Tonpapier: etwa 100 bis 150 g/m², sehr häufig 130 g/m². Lässt sich problemlos falten, knicken und mit der Kinderschere schneiden.
- Tonkarton: etwa 160 bis 220 g/m². Deutlich steifer, falzt sich besser mit vorgerillter Linie, eignet sich für Karten und leichte Aufsteller.
- Fotokarton: etwa 250 bis 300 g/m², im Sortiment überwiegend 300 g/m². Hält Form und Gewicht, ist aber für kleine Kinderhände schwerer zu schneiden.
Da Hersteller die Begriffe nicht einheitlich verwenden, lohnt immer der Blick auf die Grammaturangabe statt auf den Namen. So gibt es im Sortiment auch einen Fotokarton mit 220 g/m², der vom Gewicht her eher im Tonkarton-Bereich liegt. Details zu den einzelnen Sorten lesen Sie in den Unterkategorien Tonpapier und Fotokarton.
Wer braucht welches Bastelpapier?
Kita und Kindergarten
In der Kita steht das gemeinsame, oft spontane Gestalten im Vordergrund. Gefragt sind große Mengen in kräftigen Farben, die sich mit Kinderscheren schneiden und mit Kleister oder Klebestift verkleben lassen. Tonpapier in farbsortierten Packungen ist hier das Arbeitspferd, ergänzt um Krepppapier für Fasching und Frühlingsblüten sowie Transparentpapier für die Laternenzeit. Fotokarton kommt vor allem dort zum Einsatz, wo Erzieherinnen und Erzieher Gerüste, Schablonen oder Kronen vorbereiten.
Grundschule und weiterführende Schule
Im Kunst- und Werkunterricht werden Techniken systematischer geübt: Faltschnitt, Flechten, Collage, Prägen, Papierschöpfen-Vorarbeiten oder Pop-up-Karten. Lehrkräfte benötigen dafür verlässlich gleiche Farben über mehrere Klassensätze. Für technisches Zeichnen und Geometrie wird zusätzlich klassisches Transparentpapier zum Durchpausen gebraucht.
Büro, Praxis und Handel
Unternehmen greifen eher zu Motivpapier, das im normalen Bürodrucker bedruckt werden kann, etwa für Urkunden zu Dienstjubiläen, Einladungen zur Weihnachtsfeier oder ansprechende Aushänge. Händler nutzen Fotokarton und Tonpapier für Preisschilder, Schaufensterkulissen und saisonale Dekoration. Motivblöcke eignen sich für kleine Kundengeschenke, Gutscheinhüllen oder Tischdeko bei Veranstaltungen.
Vereine, Gemeinden und Privatkunden
Ob Sommerfest, Sankt-Martins-Umzug, Seniorennachmittag oder Kindergeburtstag: Hier wird meist projektbezogen eingekauft. Sinnvoll ist eine Grundausstattung aus Tonpapier, Fotokarton und Krepppapier, die bei Bedarf um themenbezogene Motivblöcke ergänzt wird.
Bastelkalender: Welches Papier wann gebraucht wird
Wer für eine Einrichtung einkauft, kann den Bedarf gut am Jahreslauf ausrichten. Die folgende Übersicht dient als Planungshilfe:
| Zeitraum | typische Anlässe | vorrangig benötigt |
|---|
| Januar–Februar | Winterbilder, Fasching | Tonpapier in Weiß und Blau, Krepppapier für Kostüme |
| März–April | Frühling, Ostern | Tonpapier in Pastell und Grün, Krepppapier für Blüten, Fotokarton für Körbchen |
| Mai–Juli | Muttertag, Sommerfest, Abschied | Motivblöcke, Motivpapier für Einladungen und Urkunden |
| September–November | Herbst, Laternenzeit | Transparentpapier, Fotokarton für Gerüste, Tonpapier in Herbstfarben |
| Dezember | Advent, Weihnachten | Transparentpapier für Sterne, Fotokarton in Gold/Silber, Tonpapier in Rot und Grün |
Gerade vor der Laternenzeit und vor Weihnachten steigt der Bedarf in Kitas und Schulen gleichzeitig. Planen Sie die Bestellung deshalb mit Vorlauf und prüfen Sie den Lagerbestand schon nach den Sommerferien.
Worauf Sie beim Einkauf achten sollten
- Grammatur passend zum Zweck: Für Faltarbeiten nicht zu schwer, für tragende Teile nicht zu leicht.
- Format: Kleinformate wie DIN A4 sind handlich für Einzelarbeiten. Große Bogen lohnen sich, wenn großflächig gearbeitet oder zugeschnitten wird. Das Format steht in der jeweiligen Artikelbeschreibung.
- Einzelfarbe oder farbsortiert: Farbsortierte Packungen sind ideal für den Start und für offene Bastelangebote. Einzelfarben sind wirtschaftlicher, wenn eine Farbe deutlich häufiger gebraucht wird, etwa Weiß, Schwarz, Braun oder Grün.
- Packungsgröße: Im Sortiment reichen die Packungen von 10 Blatt bis zu 500 Blatt. Große Gebinde rechnen sich bei Einrichtungen mit hohem Verbrauch.
- Druckereignung: Nur Motivpapier ist ausdrücklich für den Druck im Büro gedacht. Tonpapier und Fotokarton sind keine Druckerpapiere; ob sie durch Ihr Gerät laufen, hängt von dessen Papierweg und Grammaturgrenze ab.
- Oberfläche: Glatte Oberflächen nehmen Filzstift und Kleber gleichmäßig an, strukturierte und metallisch beschichtete Bogen brauchen gegebenenfalls einen stärkeren Bastelkleber.
Beispielrechnung: Jahresbedarf einer Kita-Gruppe
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, wie schnell sich Mengen summieren. Angenommen, eine Gruppe mit 20 Kindern bastelt an rund 40 Wochen im Jahr und verbraucht dabei pro Kind durchschnittlich zwei Blatt Tonpapier pro Woche:
20 Kinder × 2 Blatt × 40 Wochen = 1.600 Blatt Tonpapier pro Jahr.
Hinzu kommen beispielsweise ein Laternenprojekt (pro Kind etwa ein Bogen Fotokarton und zwei Bogen Transparentpapier, also 20 bzw. 40 Bogen) sowie Faschings- und Frühlingsprojekte mit Krepppapier. Für eine Einrichtung mit fünf Gruppen ergibt sich so schnell ein Jahresbedarf von mehreren tausend Blatt. Die Zahlen sind ausdrücklich Beispielwerte; Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt vom pädagogischen Konzept und vom Alter der Kinder ab. Für die Abrechnung können Firmenkunden und Einrichtungen auf Rechnung bestellen und Bestellungen im Kundenkonto Kostenstellen zuordnen, etwa getrennt nach Gruppen oder Fachbereichen. Bei größeren Mengen profitieren Sie von Staffelpreisen.
Lagerung von Bastelpapier
Farbiges Papier reagiert empfindlich auf Licht, Feuchtigkeit und Druckstellen. Mit wenigen Regeln bleibt Ihr Vorrat lange einsatzbereit:
1. Dunkel lagern: Durchgefärbte Papiere bleichen im Sonnenlicht aus. Offene Regale am Fenster sind ungünstig. 2. Flach liegend aufbewahren: Stehend gelagerte Bogen wellen sich und bekommen Knicke. Ideal sind Planschränke, Schubladen oder flache Kisten. 3. Trocken halten: Feuchte Kellerräume lassen Papier wellig werden, Krepppapier kann bei Nässe abfärben. 4. Nach Farben sortieren: Ein Farbregal mit beschrifteten Fächern spart Suchzeit und zeigt sofort, welche Farbe nachbestellt werden muss. 5. Reste sammeln: Eine Restekiste für Schnipsel ist ideal für Mosaike, Collagen und Konfetti.
Kleben, Schneiden, Falten: Werkzeuge im Zusammenspiel
Bastelpapier entfaltet seine Möglichkeiten erst mit passendem Werkzeug. Für Tonpapier und Transparentpapier genügen Klebestift und Kinderschere. Fotokarton verlangt eine scharfe Schere oder einen Cutter mit Stahllineal und Schneidunterlage, für saubere Falze zusätzlich ein Falzbein oder eine stumpfe Ritzspitze. Krepppapier lässt sich am besten mit einer langen, scharfen Schere im noch zusammengelegten Zustand schneiden. Bei Transparentpapier empfiehlt sich ein Klebestift, der nicht durchschlägt, da nasse Kleber auf dünnen Bogen Wellen und Flecken hinterlassen.
Marken im Überblick
Den größten Teil des Sortiments stellt folia: Der Spezialist für Bastelbedarf bietet Tonpapier, Fotokarton, Krepppapier, Motivblöcke und farbiges Transparentpapier in zahlreichen Farben und Packungsgrößen. SIGEL ist mit bedruckbarem Motivpapier für Urkunden, Einladungen und Geschäftsanlässe vertreten, LUMA und der RNK-Verlag ergänzen das Motivpapier-Angebot. Beim Transparentpapier für Zeichnen und Pausen finden Sie unter anderem BRUNNEN, RÖMERTURM, SCHOELLERSHAMMER, HAHNEMÜHLE, Pelikan und herlitz. Von HERMA stammen weiße Fotokarton-Fotoblätter.
Abgrenzung zu anderen Papierkategorien
Nicht jedes kreative Papier gehört in diese Kategorie. Wenn Sie mit Wasserfarben oder Bleistift arbeiten möchten, sind Blöcke aus dem Bereich Blöcke & Notizbücher die bessere Wahl, etwa ein Zeichenblock, ein Malblock oder ein Aquarellblock. Für fertige Klappkarten und Umschläge schauen Sie unter Karten & Briefpapier, für das tägliche Drucken unter Kopier- & Druckerpapier. Die gesamte Papierwelt finden Sie unter Papier.
Kleines Glossar
- Grammatur: Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter (g/m², auch g/qm). Maß für Stärke und Steifigkeit.
- Durchgefärbt: Die Farbe steckt in der gesamten Papiermasse; Schnittkanten und Rückseite sind gleichfarbig.
- Bogen: Großformatiges Einzelblatt, häufig größer als DIN A3.
- Laufrichtung: Ausrichtung der Fasern. Parallel dazu lässt sich Papier leichter falten und rollen.
- Farbsortiert: Packung mit mehreren Farben, meist in gleichen Anteilen.
- Rillen: Vorprägen einer Faltlinie, damit Karton beim Falzen nicht bricht.