Kaufratgeber · Lesezeit ca. 8 Min.
Kopierpapier ist der stille Dauerläufer im Büro. Es wird so selbstverständlich genutzt, dass es meist erst auffällt, wenn etwas nicht funktioniert: wenn der Drucker zum dritten Mal am Tag einen Papierstau meldet, die Seiten gewellt aus dem Gerät kommen oder der Text auf der Rückseite durchscheint. Gutes Kopierpapier sorgt dafür, dass Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte zuverlässig laufen, Dokumente sauber aussehen und keine Seiten verschwendet werden. In dieser Kategorie finden Sie weißes Kopierpapier für den Alltag, farbiges Kopierpapier in zahlreichen Tönen und Grammaturen sowie DIN-A3-Ware für Tabellen und Aushänge. Erhältlich sind kleine Packungen für gelegentlichen Bedarf genauso wie Kartons und Paletten für Unternehmen mit hohem Verbrauch. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Kopierpapier fachlich ankommt, wie Sie Mengen kalkulieren und wie Sie typische Probleme im Druckeralltag lösen.
Was gutes Kopierpapier ausmacht
Kopierpapier wirkt auf den ersten Blick austauschbar. Tatsächlich unterscheiden sich Sorten in mehreren Merkmalen, die man im Alltag spürt.
- Laufeigenschaften: Glatte, saubere Schnittkanten und eine gleichmäßige Blattstärke verhindern, dass zwei Blätter gleichzeitig eingezogen werden. Staubarme Kanten schonen zudem die Einzugsrollen.
- Feuchtegehalt: Papier mit gleichmäßiger Restfeuchte wellt sich in der heißen Fixiereinheit eines Laserdruckers weniger.
- Opazität: Je höher die Opazität, desto weniger scheint der Druck der Rückseite durch. Wichtig für den Duplexdruck.
- Weiße: Ein hoher CIE-Wert sorgt für starken Kontrast zwischen Schrift und Untergrund.
- Steifigkeit: Ein etwas steiferes Blatt läuft auch durch lange Papierwege in Multifunktionsgeräten mit Sorter und Finisher sicher.
Im Handel wird Kopierpapier oft in Qualitätsklassen eingeteilt, umgangssprachlich A, B und C. Diese Einteilung ist keine Norm, sondern eine verbreitete Orientierung: A steht für Premiumpapier mit hoher Weiße und Opazität, B für soliden Standard, C für preisorientierte Ware für einfache Ausdrucke. Für die meisten Büros ist B-Qualität ein guter Kompromiss, für Kundendokumente greifen viele zur höheren Klasse.
Grammatur: 75, 80 oder 90 Gramm?
Der Standard im Büro ist 80 g/m². Bei Kopierpapier gibt es aber sinnvolle Abweichungen nach oben und unten.
| Grammatur | Charakter | Typischer Einsatz | Beispiele aus dem Sortiment |
|---|
| 75 g/m² | leichter, ressourcenschonender | interne Ausdrucke, Entwürfe, hohe Volumina | NAVIGATOR Eco-Logical |
| 80 g/m² | Universalstandard | Korrespondenz, Rechnungen, Kopien | xerox Performer, Plano® Superior, HP Office |
| 90 g/m² | griffiger, weniger durchscheinend | Duplexdruck, Verträge, Farbdruck | Double A Color Print |
| 120 bis 160 g/m² | kartonähnlich, farbig | Deckblätter, Trennblätter, Aushänge | Clairefontaine Trophée |
Ein leichteres Papier spart Material und Gewicht, kann aber im Duplexdruck etwas stärker durchscheinen. Ein schwereres wirkt hochwertiger, belastet aber Versandkosten bei Postsendungen: Beispielrechnung für einen Standardbrief bis 20 g mit Umschlag DIN lang: Bei 80 g/m² wiegt ein A4-Blatt etwa 5 g, mit einem Umschlag von etwa 5 g passen typischerweise drei Blatt in den Standardbrief. Bei 90 g/m² wiegt das Blatt rund 5,6 g, und schon drei Blatt plus Umschlag können die Grenze überschreiten.
Farbiges Kopierpapier: Ordnung und Aufmerksamkeit
Farbiges Kopierpapier ist mehr als ein Gestaltungsmittel. In vielen Organisationen dient es als Ordnungssystem. Bewährt haben sich zum Beispiel:
- Schulen: Arbeitsblätter nach Klassenstufe oder Fach in unterschiedlichen Farben, damit Schüler und Lehrkräfte schnell zuordnen können.
- Kitas und Vereine: Elternbriefe und Einladungen auf hellgelbem oder hellgrünem Papier fallen im Postfach und in der Brotdose auf.
- Lager und Logistik: Pick-Listen, Rücksendescheine und Inventurlisten farblich trennen.
- Behörden und Verwaltung: Laufzettel, Umlaufmappen und Vorlagen in Signalfarben.
- Handel: Preis- und Aktionsaushänge auf intensivgelbem Papier.
Im Sortiment finden Sie farbiges Kopierpapier unter anderem von Clairefontaine mit der Trophée-Serie in Tönen wie hellgrün, rosa, kirschrot oder goldgelb und in Grammaturen von 80 bis 160 g/m², von Rainbow mit COLOURED PAPER etwa in intensivgelb und blau sowie von Staufen® in kleineren Packungen zu 50 Blatt. Kleine Packungen sind ideal, wenn Sie nur gelegentlich Farbe benötigen oder mehrere Töne ausprobieren möchten. Pastelltöne eignen sich gut für längere Texte, weil sie die Lesbarkeit kaum beeinträchtigen. Intensive Farben setzen Akzente, sind für Fließtext aber anstrengender zu lesen. Achten Sie bei dunklen Tönen darauf, dass schwarze Schrift noch gut lesbar bleibt.
DIN A4 oder DIN A3?
DIN A4 mit 210 x 297 mm ist das Standardformat für nahezu alle Dokumente. DIN A3 mit 297 x 420 mm entspricht zwei nebeneinanderliegenden A4-Seiten und wird für breite Tabellen, Organigramme, Baupläne, Aushänge und Broschüren im Falzformat verwendet. Beim Falten auf A4 entsteht ein vierseitiges Dokument, zum Beispiel ein Programmheft oder eine Kurzbroschüre. Im Sortiment gibt es A3-Kopierpapier zum Beispiel von tecno und Data copy. Wichtig: Nur Geräte mit A3-Unterstützung können dieses Format bedrucken. Viele Arbeitsplatzdrucker verarbeiten maximal A4, während Abteilungs-Multifunktionsgeräte häufig ein eigenes A3-Fach haben.
Packungsgrößen und Mengen verstehen
Bei Kopierpapier haben sich feste Verpackungseinheiten etabliert.
| Einheit | Inhalt (typisch) | Gewicht bei A4, 80 g/m² (etwa) |
|---|
| Kleinpackung | 50 bis 250 Blatt | 0,25 bis 1,25 kg |
| Ries / Paket | 500 Blatt | 2,5 kg |
| Karton | 5 Ries, 2.500 Blatt | 12,5 kg |
| Palette | je nach Anbieter viele Ries, z. B. 240 x 500 Blatt | rund 600 kg bei 240 Ries |
Ein Beispiel aus dem Sortiment ist HP Kopierpapier Office DIN A4 80 g/qm als Palette mit 240 x 500 Blatt. Das sind 120.000 Blatt. Eine solche Menge lohnt sich für Unternehmen mit hohem Verbrauch und ausreichend trockenem Lagerplatz. Bedenken Sie das Gewicht: Eine Palette dieser Größe wiegt nach der obigen Rechnung etwa 600 kg ohne Palette, ein Karton immer noch gut 12 kg. Planen Sie Lager und Transportwege entsprechend, zum Beispiel einen Hubwagen und einen ebenerdigen Abstellplatz.
Rechenbeispiel Jahresbedarf
Beispielrechnung für eine Grundschule mit 300 Kindern: Angenommen, jedes Kind erhält pro Schultag etwa zwei kopierte Arbeitsblätter, bei rund 190 Schultagen. Das ergibt 300 x 2 x 190 = 114.000 Blatt, also 228 Ries oder etwa 46 Kartons. Dazu kommen Elternbriefe, Verwaltung und Aushänge. Eine Palette würde im Beispiel also ungefähr den Jahresbedarf decken. Mit Staffelpreisen und Kauf auf Rechnung lässt sich eine solche Menge für Schulträger und Unternehmen planbar beschaffen; über Kostenstellen im Kundenkonto ordnen Sie den Verbrauch einzelnen Bereichen zu.
Papierstau und andere Probleme: Ursachen und Lösungen
| Problem | Häufige Ursache | Lösung |
|---|
| Papierstau im Einzug | gewellte oder aneinanderhaftende Blätter | Stapel vor dem Einlegen auffächern, Papier geschlossen lagern |
| Mehrfacheinzug | statische Aufladung, zu volles Fach | Fach nur bis zur Markierung füllen, Papier akklimatisieren |
| Gewellte Ausdrucke | zu feuchtes Papier | trocken lagern, angebrochene Ries verschließen |
| Toner verwischt | falscher Medientyp im Treiber, feuchtes Papier | Papiersorte im Druckdialog einstellen |
| Durchscheinen im Duplex | geringe Opazität, hoher Farbanteil | 90 g/m² verwenden |
| Grauschleier | Verschmutzung im Gerät oder Tonerproblem | Gerät reinigen, Trommel und Toner prüfen |
Ein oft unterschätzter Tipp: Viele Ries tragen auf der Verpackung einen Pfeil, der die bevorzugte Druckseite kennzeichnet. Legen Sie das Papier so ein, wie vom Hersteller angegeben. Wenn Ausdrucke sich stark in eine Richtung rollen, kann es helfen, den Stapel umzudrehen.
Papier richtig lagern
Lagern Sie Kopierpapier liegend in der geschlossenen Verpackung, nicht direkt auf dem Boden und nicht an Außenwänden oder Heizkörpern. Als Richtwert gelten etwa 18 bis 23 °C und 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Papier, das aus einem kalten Lager oder Transporter kommt, sollte vor dem Öffnen einige Stunden, bei größeren Mengen bis zu einem Tag, im Raum akklimatisieren. So vermeiden Sie Kondensat und Wellenbildung. Öffnen Sie immer nur das Ries, das Sie gerade brauchen, und verschließen Sie Reste wieder in der Originalverpackung.
Kopierpapier nachhaltig nutzen
Die wirksamste Maßnahme ist, weniger zu drucken: Duplexdruck als Standard im Treiber, Entwürfe am Bildschirm prüfen und mehrere Seiten pro Blatt für interne Unterlagen nutzen. Auch die Papierwahl hilft. Leichtere Grammaturen wie 75 g/m² sparen Material. Für Organisationen mit Umweltvorgaben bietet sich Recyclingpapier an. Wer für Kundenunterlagen eine hochwertige Farbwiedergabe benötigt, findet in der Unterkategorie Laserpapier passende schwere Sorten. Einen Überblick über alle Druckmedien gibt die Kategorie Kopier- & Druckerpapier.
Glossar
- Ries: Verpackungseinheit, bei Kopierpapier meist 500 Blatt.
- g/qm bzw. g/m²: Grammatur, Gewicht pro Quadratmeter.
- CIE-Weiße: Messwert für den Weißgrad, höher bedeutet heller.
- Opazität: Lichtundurchlässigkeit des Blattes in Prozent.
- Duplex: beidseitiger Druck.
- Akklimatisieren: Papier an Raumtemperatur und Luftfeuchte anpassen lassen.
- Universalpapier: für Laser, Inkjet und Kopierer gleichermaßen geeignet.
Marken im Kopierpapier-Sortiment
Neben den bereits genannten Marken finden Sie Kopierpapier von HP, xerox, Plano®, Inacopia, NAVIGATOR, dundee und Double A. Die Auswahl reicht vom preisorientierten Alltagspapier über Premiumsorten bis zum farbigen Spezialpapier.