Kaufratgeber · Lesezeit ca. 8 Min.
Ein Etikett, das nach drei Wochen im Lager verwischt, ein Barcode, den der Scanner am Wareneingang nicht mehr liest, ein Typenschild, das sich nach dem ersten Kontakt mit Reinigungsmittel auflöst – all das lässt sich vermeiden, wenn Thermotransferband und Etikettenmaterial zusammenpassen. In dieser Kategorie finden Sie vor allem Ribbons von GoDEX in praktischen Kartons mit mehreren Rollen sowie Bänder von Olympia. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie das richtige Band auswählen, den Bedarf kalkulieren und typische Druckprobleme lösen.
So funktioniert der Thermotransferdruck
Der Druckkopf des Etikettendruckers besteht aus einer Reihe winziger Heizelemente. Sie erhitzen das Farbband punktgenau, die Farbschicht schmilzt und verbindet sich dauerhaft mit dem Etikett. Im Gegensatz zum Thermodirektdruck, bei dem spezielles wärmeempfindliches Papier geschwärzt wird, sind Thermotransferetiketten licht-, wärme- und abriebbeständig. Das Band wird dabei Etikett für Etikett von der Vorratsrolle auf eine Leerhülse gewickelt – jeder Millimeter wird nur einmal genutzt.
Thermodirekt oder Thermotransfer – brauchen Sie überhaupt ein Band?
| Kriterium | Thermodirekt | Thermotransfer |
|---|
| Verbrauchsmaterial | nur Thermoetiketten | Etiketten plus Band |
| Haltbarkeit des Drucks | kurz bis mittel, empfindlich gegen Licht und Wärme | lang, je nach Band sehr hoch |
| Typischer Einsatz | Paketlabels, Kassenbons, kurzlebige Etiketten | Lager-, Produkt-, Typenschild- und Laboretiketten |
| Etikettenmaterial | nur Thermopapier | Papier, gestrichenes Papier, Folien |
Wenn Etiketten länger als wenige Wochen lesbar bleiben müssen, Sonnenlicht, Wärme, Feuchtigkeit oder Abrieb ausgesetzt sind oder auf Folie gedruckt werden, ist Thermotransfer die richtige Wahl.
Die wichtigste Entscheidung: Wachs, Wachs/Harz oder Harz
| Bandtyp | Beständigkeit | Passende Etiketten | Typische Anwendung |
|---|
| Wachs (Wax) | gut gegen Abrieb bei normaler Handhabung | Papieretiketten, matt oder leicht gestrichen | Versand, Regal, Lagerplatz, Kommissionierung |
| Wachs/Harz (Wax/Resin) | wisch- und kratzfester, gute Kältebeständigkeit | gestrichenes Papier, synthetische Etiketten | Produktetiketten, Lebensmittel, Kühlware |
| Harz (Resin) | sehr hoch, auch gegen Chemikalien, Lösungsmittel und Hitze | Folienetiketten aus PET, PE, PP | Typenschilder, Elektronik, Labor, Außenbereich |
Bei GoDEX zeigt die Serienbezeichnung die Materialklasse: GRS steht für Harzbänder (Resin), GWX und GWR sind die Wachs- bzw. wachsbasierten Varianten für Papier- und Standardetiketten. Die genaue Einstufung und die empfohlenen Etikettenmaterialien nennt jeweils die Produktbeschreibung. Wachsbänder sind die günstigste Klasse und für die Mehrzahl der Logistikanwendungen völlig ausreichend; je höher der Harzanteil, desto widerstandsfähiger, aber auch anspruchsvoller wird der Druck.
Etikett und Band richtig kombinieren
Die beste Bandklasse nützt nichts, wenn das Etikettenmaterial nicht passt. Ein Harzband auf ungestrichenem Papier haftet schlecht, ein Wachsband auf glatter PET-Folie lässt sich mit dem Fingernagel abkratzen. Als Faustregel gilt:
| Etikettenmaterial | Empfohlenes Band | Hinweis |
|---|
| Ungestrichenes Papier (Vellum) | Wachs | rau, nimmt Wachs gut auf |
| Gestrichenes Papier (halbglänzend) | Wachs oder Wachs/Harz | Wachs/Harz für mehr Wischfestigkeit |
| Polypropylen (PP) | Wachs/Harz oder Harz | je nach Beanspruchung |
| Polyethylen (PE) | Harz oder Wachs/Harz | flexibel, für gewölbte Oberflächen |
| Polyester (PET), matt oder glänzend | Harz | Typenschilder, Elektronik, Prüfplaketten |
| Kühl- und Tiefkühletiketten | Wachs/Harz oder Harz | Etikettenkleber muss ebenfalls kältetauglich sein |
Testen Sie neue Kombinationen vor der Großbestellung: Etikett bedrucken, nach einigen Stunden mit dem Finger reiben, mit Fingernagel kratzen und – falls relevant – mit dem Reinigungsmittel abwischen, das im Betrieb verwendet wird.
Maße, die passen müssen
- Breite: Das Band sollte etwas breiter sein als das Etikett, damit der Druckkopf nicht direkt über das Trägermaterial reibt – aber nicht wesentlich breiter, sonst verschwenden Sie Material.
- Länge: Längere Bänder bedeuten weniger Wechsel. Die maximal mögliche Länge hängt vom Drucker ab; Desktopgeräte nehmen kürzere Rollen auf als Industriemodelle.
- Kerndurchmesser: häufig 0,5 Zoll (12,7 mm) bei Desktop-Druckern und 1 Zoll (25,4 mm) bei Industriedruckern.
- Wicklung: Farbschicht außen (CSO, Coated Side Out) oder innen (CSI, Coated Side In). Der Drucker unterstützt meist nur eine Variante.
- Kopftechnik: Die meisten Desktop- und Industriedrucker arbeiten mit Flachkopf (Flat Head). Bänder für Near-Edge-Köpfe haben eine andere Rezeptur und sind nicht austauschbar.
Der einfache Wicklungstest
Unsicher, ob Ihr Band außen- oder innenbeschichtet ist? Drücken Sie die klebende Seite eines Etiketts auf die Außenseite der Bandrolle und ziehen Sie es ab. Bleibt Farbe am Etikett haften, ist die Beschichtung außen (CSO). Bleibt das Etikett sauber, liegt die Farbe innen (CSI).
Rechenbeispiel: Wie viele Rollen brauchen Sie?
Thermotransferbänder werden in Metern angegeben, der Verbrauch richtet sich nach der Etikettenlänge in Laufrichtung plus Lücke. Die folgenden Zahlen sind Beispielwerte zur Veranschaulichung:
- Etikett 100 × 150 mm, Abstand 3 mm: Pro Etikett werden rund 153 mm Band verbraucht.
- Bandlänge 300 m: 300.000 mm ÷ 153 mm ≈ 1.960 Etiketten pro Rolle.
- Versandaufkommen 400 Etiketten pro Arbeitstag: Eine Rolle reicht knapp fünf Arbeitstage.
- Bei rund 20 Arbeitstagen im Monat werden etwa vier bis fünf Rollen benötigt – ein Karton mit 6 Rollen deckt also gut einen Monat ab, ein Karton mit 12 Rollen etwa zwei bis drei Monate.
Prüfen Sie die tatsächliche Bandlänge auf der Produktseite und rechnen Sie mit Ihrem echten Etikettenformat. Viele Druckertreiber bieten zudem eine Bandsparfunktion, bei der das Band bei großen unbedruckten Bereichen angehalten wird; das funktioniert nur bei Geräten, die dies unterstützen.
Gebinde: 6, 8, 12 oder 15 Rollen
Die GoDEX-Bänder in dieser Kategorie werden im Karton mit 6, 8, 12 oder 15 Rollen angeboten. Größere Gebinde senken den Beschaffungsaufwand und sichern den Nachschub – entscheidend in Versandabteilungen, in denen ein fehlendes Band den kompletten Warenausgang stoppen kann. Wer mehrere Drucker mit unterschiedlichen Bandbreiten betreibt, sollte prüfen, ob sich die Etikettenformate vereinheitlichen lassen; das reduziert die Zahl der Bandvarianten im Lager.
Einsatzszenarien nach Branche
- Versand und E-Commerce: Versand- und Adressetiketten auf Papier, meist mit Wachsband – günstig und ausreichend beständig für den Transportweg.
- Lager und Intralogistik: Lagerplatz-, Regal- und Palettenetiketten, die monatelang gescannt werden; je nach Umgebung Wachs oder Wachs/Harz.
- Lebensmittel und Kühlkette: Produkt- und Chargenetiketten, die Kondenswasser und Kälte aushalten müssen – Wachs/Harz auf passendem Etikett.
- Industrie und Elektronik: Typenschilder, Seriennummern und Prüfetiketten auf Folie, die Öl, Hitze und Reinigungsmitteln standhalten – Harz.
- Labor und Medizintechnik: Proben- und Gefäßetiketten, die Alkohol oder Desinfektionsmittel überstehen müssen – Harz auf geeigneter Folie.
- Handel: Preis- und Regaletiketten, Artikelauszeichnung mit Barcodes.
Fehlerdiagnose: Wenn der Barcode nicht lesbar ist
| Symptom | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|
| Weiße Längsstreifen | verschmutzter oder beschädigter Druckkopf, Falte im Band | Kopf reinigen, Band glatt einlegen |
| Blasser Druck | Heizstufe zu niedrig, Band passt nicht zum Etikett | Darkness erhöhen, Bandklasse prüfen |
| Verlaufener, unscharfer Druck | Heizstufe zu hoch | Heizstufe senken, Geschwindigkeit anpassen |
| Druck lässt sich abwischen | Wachsband auf Folie oder glattem Material | Wachs/Harz oder Harz verwenden |
| Band reißt | zu hohe Hitze, falsche Bandspannung | Heizstufe senken, Bandführung prüfen |
| Faltenbildung im Band | ungleichmäßiger Andruck, Band zu breit | Andruck justieren, Bandbreite anpassen |
| Kein Druck trotz Bandvorschub | Wicklung (CSO/CSI) falsch | Band mit passender Wicklung einsetzen |
Druckqualität optimieren
- Heizstufe (Darkness) an Band und Etikett anpassen: Harzbänder brauchen mehr Hitze als Wachsbänder.
- Geschwindigkeit reduzieren, wenn feine Barcodes unsauber werden.
- Druckkopf regelmäßig mit Reinigungsstift oder Isopropanol säubern, idealerweise bei jedem Bandwechsel.
- Band nicht faltig einlegen: Falten führen zu Lücken im Druckbild.
- Barcode-Ausrichtung: Barcodes, deren Striche in Druckrichtung laufen, sind toleranter gegenüber hohen Geschwindigkeiten.
Lagerung
Lagern Sie Thermotransferbänder in der Originalverpackung, staubfrei, trocken und vor direkter Sonne geschützt. Als Richtwert gelten Raumtemperaturen von etwa 5 bis 35 °C und keine hohe Luftfeuchtigkeit. Lassen Sie Bänder, die aus einem kalten Lager kommen, vor dem Einsatz auf Raumtemperatur kommen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Staub auf dem Band wirkt wie Schleifpapier und verkürzt die Lebensdauer des Druckkopfes.
Typische Kauffehler
- Nur die Breite verglichen: Kerndurchmesser, Länge und Wicklung müssen ebenfalls passen.
- Harz für Papieretiketten: teurer und auf rauem Papier oft schlechter als Wachs.
- Wachs für Folienetiketten: Der Druck lässt sich abreiben – Barcodes werden unlesbar.
- Zu kleine Mengen: Bei hohem Etikettenaufkommen führt ein fehlendes Band schnell zum Stillstand im Versand.
Weitere Verbrauchsmaterialien für Spezialdrucker finden Sie bei den Farbbändern und Thermo-Druckfolien, wo auch Zebra-Bänder im Mehrfachgebinde gelistet sind.