Kaufratgeber · Lesezeit ca. 6 Min.
Wenn ein Ausdruck nicht nur informieren, sondern überzeugen soll, stößt normales Kopierpapier schnell an Grenzen. Logos wirken etwas stumpf, Flächen zeigen eine leicht unruhige Struktur, und das Blatt fühlt sich dünn an. Laserpapier ist für genau diese Fälle gemacht: eine besonders glatte, gleichmäßige Oberfläche, hohe Weiße und ein breites Grammaturspektrum vom griffigen Briefbogen bis zum kartonstarken Deckblatt. In dieser Kategorie finden Sie Laserpapier in DIN A4 und DIN A3, unter anderem die Serien Colotech+ von xerox und Color Copy von mondi. Beide sind für Farblaserdrucker und digitale Farbkopierer ausgelegt und decken Grammaturen von 90 bis 280 g/m² ab. Dieser Ratgeber erklärt, was Laserpapier von Kopierpapier unterscheidet, welche Grammatur zu welchem Dokument passt und wie Sie typische Druckprobleme mit schweren Medien vermeiden.
Warum Laserdrucker besondere Anforderungen stellen
Ein Laserdrucker arbeitet nicht mit Tinte, sondern mit Toner. Das Druckbild wird zunächst elektrostatisch auf eine Trommel übertragen, von dort auf das Papier und anschließend in der Fixiereinheit mit Hitze und Druck dauerhaft verschmolzen. Die Temperaturen liegen dabei typischerweise bei grob 180 bis 220 °C, je nach Gerät und Medium. Daraus ergeben sich drei Anforderungen an das Papier:
- Hitzestabilität: Das Blatt darf sich in der Fixiereinheit nicht verziehen oder wellen.
- Gleichmäßige Oberfläche: Je glatter das Papier, desto feiner und gleichmäßiger legt sich der Toner an. Das sieht man besonders bei Farbflächen, Verläufen und kleinen Schriften.
- Kontrollierte Feuchte und Leitfähigkeit: Für die elektrostatische Übertragung muss das Papier gleichmäßig aufgebaut sein, sonst entstehen Fehlstellen oder blasse Bereiche.
Kopierpapier erfüllt diese Anforderungen für den Alltagsdruck gut. Laserpapier hebt die Qualität beim Farbdruck aber deutlich an und bleibt auch in schweren Grammaturen formstabil.
Laserpapier und Kopierpapier im Vergleich
| Merkmal | Kopierpapier | Laserpapier |
|---|
| Oberfläche | ungestrichen, für alle Verfahren | besonders glatt, auf Toner abgestimmt |
| Typische Grammatur | 75 bis 90 g/m² | 90 bis 280 g/m² |
| Farbwiedergabe | gut für Text und Grafik | brillanter, gleichmäßige Flächen |
| Haptik | Standard | wertig, je nach Grammatur kartonähnlich |
| Einsatz | Alltag, Kopien, interne Unterlagen | Kundendokumente, Präsentationen, Marketing |
| Kosten pro Blatt | niedrig | höher, je nach Grammatur |
Laserpapier ist damit kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zum Kopierpapier. Die meisten Büros nutzen beides: das günstige Standardpapier für den Alltag und eine oder zwei Laserpapier-Grammaturen für alles, was nach außen geht.
Die passende Grammatur für jedes Dokument
Die Sortimente von xerox Colotech+ und mondi Color Copy bieten jeweils eine ganze Grammatur-Treppe. So können Sie alle Bestandteile eines Dokuments in derselben Papierfamilie drucken und erhalten einen einheitlichen Farbeindruck.
| Grammatur | Wirkung | Typische Anwendung |
|---|
| 90 g/m² | etwas kräftiger als Standard | Briefe, Rechnungen, beidseitige Farbdrucke |
| 100 g/m² | spürbar wertiger | Angebote, Exposés, Berichte |
| 120 g/m² | fest, kaum durchscheinend | Präsentationsunterlagen, Speisekarten-Einlagen, Flyer |
| 160 g/m² | leicht kartonartig | Deckblätter, Urkunden, Einladungen |
| 200 g/m² | steif | Umschläge für Broschüren, Zertifikate, Menükarten |
| 250 bis 280 g/m² | kartonstark | Klappkarten, Tischaufsteller, Namensschilder, Anhänger |
Ein bewährtes Set für viele Büros besteht aus 100 oder 120 g/m² für Innenseiten und 200 oder 250 g/m² für Umschläge und Deckblätter.
DIN A3 für Plakate und Broschüren
Laserpapier gibt es auch in DIN A3, zum Beispiel mondi Color Copy mit 90, 120 und 160 g/m² oder xerox Colotech+ in 90 g/m². Damit drucken Sie Aushänge, Poster im kleinen Format, Organigramme oder Broschüren, die auf A4 gefalzt werden. Ein A3-Bogen in 160 g/m², einmal gefalzt, ergibt eine stabile vierseitige Mappe oder ein Programmheft mit festem Umschlag. Achten Sie bei schwerem Papier darauf, den Falz entlang der Laufrichtung zu setzen oder vorher zu rillen, damit der Toner im Knick nicht bricht.
Schritt für Schritt: schweres Laserpapier richtig drucken
1. Datenblatt prüfen: Ermitteln Sie die maximale Grammatur Ihres Druckers je Papierfach. Viele Bürogeräte schaffen im Hauptfach etwa 120 bis 160 g/m², schwerere Medien nur über das Universal- oder Mehrzweckfach. 2. Medientyp einstellen: Wählen Sie im Druckertreiber und gegebenenfalls am Gerät die passende Papiersorte, etwa „schwer“, „Karton“ oder eine Grammaturangabe. Der Drucker passt dann Temperatur und Geschwindigkeit an. 3. Papier akklimatisieren: Lassen Sie das Papier vor dem Druck einige Stunden im Raum liegen, besonders nach Lagerung in kalten Räumen. 4. Stapel auffächern: Schwere Bögen haften leichter aneinander. Fächern Sie den Stapel vor dem Einlegen auf und legen Sie nicht mehr Blätter ein als angegeben. 5. Geraden Ausgabeweg nutzen: Manche Geräte haben eine hintere Ausgabeklappe, über die schwere Bögen ohne Umlenkung herauskommen und flach bleiben. 6. Probedruck machen: Drucken Sie bei großen Aufträgen zuerst eine Seite, prüfen Sie Tonerhaftung, Farbe und Rand und starten Sie dann den Rest.
Fehler und Lösungen
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|
| Toner lässt sich abreiben | Medientyp auf „Normalpapier“, Fixierung zu kalt | schwere Papiersorte im Treiber wählen |
| Bögen wellen sich | Papier zu feucht oder Ausgabe über Umlenkung | Papier trocken lagern, gerade Ausgabe nutzen |
| Papierstau beim Einzug | Grammatur zu hoch für das Fach | Universalfach verwenden, Fach nicht überfüllen |
| Blasse oder fleckige Flächen | ungleichmäßige Feuchte, falsche Einstellung | Papier akklimatisieren, Medientyp anpassen |
| Toner bricht beim Falzen | Falz quer zur Laufrichtung, kein Rillen | entlang der Laufrichtung falzen oder vorher rillen |
| Glanzunterschiede | Toner auf sehr glatter Fläche | Farbmodus und Medientyp prüfen, ggf. andere Grammatur testen |
Laserpapier im Tintenstrahldrucker?
Laserpapier ist auf Toner optimiert. Im Tintenstrahldrucker können sehr glatte Oberflächen Tinte langsamer aufnehmen, sodass Ausdrucke länger nass bleiben oder verschmieren. Für Tintenstrahldrucker sind ausdrücklich dafür vorgesehene Papiere die bessere Wahl, für Fotos Fotopapier. Umgekehrt gilt: Inkjet-Fotopapier gehört niemals in den Laserdrucker.
Einsatzbeispiele aus der Praxis
- Vertrieb und Agenturen: Angebote auf 100 g/m², Deckblatt und Rückseite auf 200 g/m², gebunden oder in einer Präsentationsmappe.
- Immobilienbüros: Exposés mit vielen Bildern auf 120 g/m², damit Fotos auf der Rückseite nicht durchscheinen.
- Gastronomie: Tageskarten und Tischaufsteller auf 250 oder 280 g/m², bei Bedarf laminiert.
- Schulen und Vereine: Urkunden, Teilnahmebescheinigungen und Einladungen auf 160 oder 200 g/m².
- Handel: Regal- und Aktionsschilder in DIN A4 oder A3 auf festem Papier.
Einkauf und Mengenplanung
Laserpapier wird je nach Grammatur in Paketen zu 500, 250, 150 oder 125 Blatt angeboten, schwere Sorten in kleineren Einheiten. Beispielrechnung: Ein Vertriebsteam druckt im Monat 60 Angebote mit je acht Innenseiten auf 100 g/m² und einem Deckblatt auf 200 g/m². Das ergibt 480 Innenseiten und 60 Deckblätter, also etwa ein Paket mit 500 Blatt Innenseitenpapier und ein Paket mit 250 Blatt Deckblattpapier für gut vier Monate. Firmenkunden können auf Rechnung bestellen, Staffelpreise nutzen und Bestellungen einzelnen Kostenstellen zuordnen. Lagern Sie Laserpapier wie jedes Druckpapier liegend, trocken und in der Originalverpackung. Einen Überblick über alle Druckmedien bietet die Kategorie Kopier- & Druckerpapier.