Kaufratgeber · Lesezeit ca. 7 Min.
Ob Rechnung, Arbeitsblatt, Präsentation oder Aushang: Fast jedes Dokument, das ein Büro verlässt, beginnt als leeres Blatt im Papierfach. Kopier- und Druckerpapier ist deshalb der Verbrauchsartikel mit dem höchsten Umschlag im Büroalltag. Gleichzeitig ist es ein Produkt, bei dem kleine Unterschiede große Wirkung haben. Die falsche Grammatur führt zu Papierstau, ein zu dünnes Blatt scheint beim Duplexdruck durch, und ein mattes Standardpapier lässt ein farbiges Firmenlogo blasser aussehen, als es sein müsste. In dieser Kategorie finden Sie alles, was in Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte gehört: weißes und farbiges Kopierpapier, hochwertiges Laserpapier für den Farbdruck und Recyclingpapier aus Altpapier. Dazu kommen Spezialmedien wie Transferpapier, Laserfolien oder Bastelpapier. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, sich zwischen den Unterkategorien zu orientieren und die richtige Sorte für Ihre Geräte und Aufgaben auszuwählen.
Die drei Unterkategorien im Vergleich
Bevor Sie sich in Grammaturen und Weißegrade vertiefen, lohnt der Blick auf die grundsätzliche Richtung. Die drei Unterkategorien unterscheiden sich vor allem im Einsatzzweck.
| Unterkategorie | Stärke | Typische Grammatur (Richtwert) | Geeignet für |
|---|
| Kopierpapier | Allrounder, viele Farben, große Mengen | 75 bis 90 g/m², farbig bis 160 g/m² | Alltagsdruck, Kopien, Arbeitsblätter, Aushänge |
| Laserpapier | glatte Oberfläche, schwere Sorten | 90 bis 280 g/m² | Farbausdrucke, Angebote, Deckblätter, Karten |
| Recyclingpapier | aus Altpapier, ressourcenschonend | meist 80 g/m² | Verwaltung, Schule, Unternehmen mit Umweltzielen |
Viele Organisationen kombinieren die Sorten: Recycling- oder Standardkopierpapier für den internen Alltag, Laserpapier für alles, was zum Kunden geht.
Welches Druckverfahren nutzen Sie?
Die Bezeichnungen Kopierpapier, Druckerpapier und Multifunktionspapier werden im Handel oft synonym verwendet. Entscheidend ist, wie das Papier im Gerät behandelt wird.
Laserdrucker und Kopierer
Laserdrucker und digitale Kopierer arbeiten mit Toner, einem feinen Pulver, das unter Hitze und Druck auf dem Papier verschmolzen wird. Das Papier muss diese Hitze ohne Verzug überstehen, eine gleichmäßige Feuchte haben und sich elektrostatisch gut aufladen lassen. Gutes Kopierpapier ist genau dafür ausgelegt. Für anspruchsvolle Farbausdrucke bietet Laserpapier mit besonders glatter Oberfläche einen sichtbaren Mehrwert.
Tintenstrahldrucker
Tintenstrahldrucker bringen flüssige Tinte auf. Hier ist wichtig, dass das Papier die Tinte rasch aufnimmt, ohne dass sie ausläuft oder durchschlägt. Standard-Kopierpapier funktioniert für Text und Grafiken im Büro in der Regel problemlos. Für Fotos ist dagegen beschichtetes Fotopapier die bessere Wahl.
Multifunktionsgeräte
Multifunktionsgeräte vereinen Drucken, Kopieren und Scannen. Ob Laser- oder Tintentechnik verbaut ist, steht im Datenblatt. Für die meisten Geräte ist 80-Gramm-Papier mit der Kennzeichnung „für Laser, Inkjet und Kopierer“ die sichere Universallösung.
Grammatur nach Einsatzzweck wählen
Statt für jeden Zweck eine eigene Sorte zu lagern, reichen in vielen Büros zwei bis drei Grammaturen aus. Die folgende Übersicht dient als Orientierung.
| Aufgabe | Empfohlene Grammatur (Richtwert) | Begründung |
|---|
| Interne Entwürfe, Kopien in großer Menge | 75 bis 80 g/m² | günstig pro Blatt, gut verarbeitbar |
| Briefe, Rechnungen, Verträge | 80 bis 90 g/m² | griffiger, weniger durchscheinend |
| Angebote, Präsentationen, Exposés | 100 bis 120 g/m² | hochwertige Haptik, Farben wirken satter |
| Deckblätter, Urkunden, Einladungen | 160 bis 200 g/m² | steif, repräsentativ |
| Karten, Tischaufsteller, Namensschilder | 250 bis 280 g/m² | kartonähnlich, formstabil |
Prüfen Sie vor dem Kauf schwerer Sorten das Datenblatt Ihres Druckers. Viele Bürogeräte verarbeiten im Hauptfach Grammaturen nur bis etwa 120 oder 160 g/m², schwerere Medien laufen über die manuelle Zufuhr oder das Universalfach.
Weiß, farbig oder recycelt?
Neben der Grammatur prägt die Farbe den Eindruck eines Dokuments. Hochweißes Papier sorgt für starken Kontrast und lässt Farben leuchten. Farbiges Kopierpapier, wie es etwa Clairefontaine und Rainbow in vielen Tönen anbieten, hilft beim Sortieren und Kennzeichnen: gelbe Durchschläge für das Lager, grüne Blätter für interne Notizen, rote Aushänge für Sicherheitshinweise. Recyclingpapier ist je nach Sorte leicht naturfarben bis nahezu hochweiß und senkt den Frischfaserverbrauch. Welche Weiße für welchen Zweck genügt, erklärt der Ratgeber in der Unterkategorie Recyclingpapier.
Spezialmedien für Drucker und Kopierer
Nicht alles, was durch den Drucker läuft, ist klassisches Papier. In dieser Kategorie finden Sie auch Spezialmedien, die das Standardsortiment ergänzen:
- Transferpapier zum Aufbügeln: Mit HP Transferpapier Iron-On im Format DIN A4 übertragen Sie Motive auf Textilien, etwa für Vereins- oder Team-Shirts. Motive müssen in der Regel gespiegelt gedruckt werden; beachten Sie die Anleitung des Herstellers.
- Laserfolien: Die xerox Laserfolien Premium NeverTear sind reißfeste, matte Folien für Laserdrucker. Sie eignen sich für Dokumente, die viel in die Hand genommen werden oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind, etwa Speisekarten, Anleitungen in der Werkstatt oder Schilder.
- Fotopapier-Sets: Für kompakte Fotodrucker gibt es Sets wie Canon RP-108 im Format 10,0 x 14,8 cm.
- Bunt- und Scherenschnittpapier: folia bietet gummiertes und ungummiertes Buntpapier sowie Scherenschnittpapier für Schule und Bastelarbeiten.
Spezialmedien sind meist nur für ein Druckverfahren geeignet. Lesen Sie vor dem Einsatz die Angaben zum Drucker auf der Verpackung, damit Folien oder Beschichtungen nicht im falschen Gerät landen.
So finden Sie in fünf Schritten das passende Papier
1. Gerät identifizieren: Laser, Tinte oder Multifunktionsgerät? Welche maximale Grammatur verarbeitet welches Fach? 2. Dokumenttypen sammeln: Was wird überwiegend gedruckt: interne Listen, Kundenkorrespondenz, Farbpräsentationen? 3. Grundsorte festlegen: In den meisten Fällen Kopierpapier mit 80 g/m², bei Umweltvorgaben Recyclingpapier. 4. Premiumsorte ergänzen: Für Kundendokumente und Präsentationen ein Laserpapier mit 100 oder 120 g/m². 5. Format prüfen: Neben DIN A4 benötigen viele Büros DIN A3 für Tabellen, Pläne und Aushänge.
Rechenbeispiel: Papierkosten richtig vergleichen
Bei Papier lohnt der Vergleich pro Blatt statt pro Paket, besonders wenn unterschiedliche Packungsgrößen angeboten werden. Beispielrechnung mit fiktiven Werten: Ein Paket mit 500 Blatt kostet 5,00 Euro, ergibt 1,0 Cent pro Blatt. Ein Paket schweres Laserpapier mit 250 Blatt für 9,00 Euro ergibt 3,6 Cent pro Blatt. Druckt ein Vertrieb im Monat 400 Angebotsseiten auf dem schweren Papier, kostet das im Beispiel 14,40 Euro statt 4,00 Euro, also gut zehn Euro Mehraufwand für einen deutlich hochwertigeren Auftritt. Bei 20.000 internen Ausdrucken im Monat wäre der Einsatz des schweren Papiers dagegen unwirtschaftlich. Die Trennung nach Einsatzzweck spart also bares Geld.
Für Firmenkunden lassen sich Bestellungen auf Rechnung abwickeln, Staffelpreise nutzen und einzelnen Kostenstellen im Kundenkonto zuordnen. So sehen Sie, welche Abteilung wie viel Papier verbraucht.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Papierstau trotz neuem Gerät: Oft liegt es an gewelltem Papier, das zu lange offen lag, oder an einer Grammatur, die das Fach nicht verarbeitet. Papier vor dem Einlegen auffächern und Pakete geschlossen lagern.
- Durchscheinender Duplexdruck: Bei starkem Farbauftrag auf beiden Seiten lieber zu 90 oder 100 g/m² greifen.
- Wellen nach dem Druck: Feuchtes Papier verzieht sich in der Fixiereinheit. Papier trocken lagern und bei großen Unterschieden zwischen Lager- und Raumklima akklimatisieren lassen.
- Falscher Medientyp im Treiber: Wird schweres Papier als „Normalpapier“ gedruckt, haftet der Toner schlechter. Im Druckdialog die passende Papiersorte einstellen.
- Zu viele Sorten auf Lager: Konzentrieren Sie sich auf wenige Standards, das vereinfacht Bestellung und Lagerhaltung.
Papierbedarf nach Einsatzbereich
Wie sich der Bedarf zusammensetzt, hängt stark von der Organisation ab. Einige typische Profile:
- Kanzleien und Steuerbüros: viel Schriftverkehr in A4, oft beidseitig gedruckt. Ein griffiges 80- bis 90-Gramm-Papier mit guter Opazität ist hier die Basis, für Mandantenmappen ergänzt durch Laserpapier.
- Schulen und Bildungsträger: sehr hohe Mengen für Arbeitsblätter und Elternbriefe, daher oft Kopierpapier im Karton oder Recyclingpapier, dazu farbiges Papier zur Kennzeichnung von Fächern und Klassen.
- Handel und Logistik: Lieferlisten, Etikettenvorlagen und Aushänge, teils in DIN A3; farbiges Papier hilft beim Sortieren von Vorgängen.
- Werkstätten und Produktion: Arbeitsanweisungen und Checklisten, die viel angefasst werden. Hier lohnen sich reißfeste Laserfolien für dauerhafte Aushänge.
- Privathaushalte und Homeoffice: eine kleine Packung 80-Gramm-Papier für Formulare und Schulunterlagen, bei Bedarf ergänzt durch Fotopapier.
Marken im Überblick
Im Bereich Kopier- und Druckerpapier sind zahlreiche Hersteller vertreten. Clairefontaine hat mit der Trophée-Serie und Evercolor-Recyclingpapier eine besonders große Farbauswahl. HP und xerox bieten Kopierpapier für den Büroalltag, xerox zudem Laserpapier und Laserfolien. mondi ist mit Color Copy im Laserpapier-Segment vertreten. Weitere Marken sind Rainbow, Plano®, Inacopia, NAVIGATOR, tecno, Staufen®, Data copy und folia. Für Recyclingpapier finden Sie zusätzlich STEINBEIS und NAUTILUS®.