Kaufratgeber · Lesezeit ca. 7 Min.
Ein Bauplan, der auf der Baustelle bei Wind und Regen gelesen wird, braucht ein anderes Papier als ein Messeposter, das mit leuchtenden Farben Aufmerksamkeit erzeugen soll. Plotterpapier – korrekt: Rollenmedien für Großformat-Tintenstrahldrucker – gibt es deshalb in einer Vielzahl von Qualitäten, Grammaturen und Breiten. Wer das passende Medium wählt, spart Tinte, vermeidet Wellen und verschmierte Linien und bekommt ein Ergebnis, das zum Zweck passt. Dieser Ratgeber erklärt die Papierklassen, hilft bei der Wahl der Rollenbreite, rechnet den Bedarf an Beispielen durch und zeigt, wie Sie typische Druckprobleme vermeiden.
Die Papierklassen im Überblick
Großformatmedien lassen sich grob in fünf Gruppen einteilen. Die Grammaturen in der Tabelle stammen aus dem aktuellen Sortiment und sind als typische Werte zu verstehen.
| Klasse | Grammatur (typisch) | Oberfläche | Geeignet für |
|---|
| Ungestrichenes Papier (Bond, Basic) | 75 bis 90 g/qm | matt, naturbelassen | CAD-Strichzeichnungen, Prüfpläne, Entwürfe |
| Gestrichenes Papier (Coated) | 90 bis 120 g/qm | matt, glatt | farbige Pläne, Grafiken, einfache Plakate |
| Schweres gestrichenes Papier (Heavyweight) | um 130 g/qm | matt, stabil | Präsentationen, Poster, Pläne mit hoher Farbdeckung |
| Fotopapier | 200 bis 260 g/qm | glänzend oder seidenmatt (Satin) | Fotos, Messegrafik, Verkaufsförderung |
| Canvas | um 390 g/qm | Gewebestruktur, matt | Kunstreproduktionen, Wandbilder, Dekoration |
Ungestrichenes Papier nimmt Tinte direkt in die Faser auf. Für Linien und dezente Farbflächen reicht das völlig – und es ist die wirtschaftlichste Wahl für Architektur- und Ingenieurbüros, die täglich viele Pläne ausgeben.
Gestrichenes Papier hat eine Beschichtung, die die Tinte an der Oberfläche hält. Farben wirken dadurch kräftiger, Kanten schärfer, und das Papier wellt sich bei größeren Farbflächen weniger.
Fotopapier bringt eine mikroporöse Beschichtung mit, die auch hohe Tintenmengen schnell aufnimmt. Bezeichnungen wie „Instant-dry“ weisen auf schnelle Trocknung hin, sodass Ausdrucke früher weiterverarbeitet werden können.
Canvas ist ein beschichtetes Gewebe für Drucke, die später auf einen Keilrahmen gespannt werden.
Rollenbreite: die wichtigste Entscheidung
Die Breite der Rolle muss zum Plotter passen und sollte zu Ihren Formaten passen. Die meisten Plotter sind in Zoll bemessen.
| Breite | Zoll (gerundet) | Typische Formate ohne Drehen |
|---|
| 610 mm | 24 Zoll | A1 hoch, A2 quer, Poster bis 60 cm Breite |
| 841 mm | 33 Zoll | A0 hoch, exakt auf A0-Breite |
| 914 mm | 36 Zoll | A0 hoch mit Rand, viele CAD-Formate |
| 1067 mm | 42 Zoll | A0 hoch mit Überbreite, große Poster |
| 1372 mm | 54 Zoll | Banner, Messegrafik |
| 1524 mm | 60 Zoll | große Messegrafik, A0 quer |
Ein 24-Zoll-Plotter verarbeitet keine 914-mm-Rolle. Umgekehrt kann ein 36-Zoll-Gerät schmalere Rollen nutzen, was sinnvoll sein kann, wenn Sie vorwiegend A1 drucken und den seitlichen Verschnitt vermeiden möchten. Prüfen Sie zusätzlich den Kerndurchmesser: Viele Rollen haben einen 2-Zoll-Kern, einige Medien einen 3-Zoll-Kern. Das Gerät muss den jeweiligen Kern aufnehmen können, gegebenenfalls mit Adapter.
Beispielrechnungen für den Bedarf
Der Verbrauch bei Plotterrollen wird in Metern gerechnet. Eine Faustformel: Länge des Ausdrucks plus etwa 2 bis 3 cm Rand und Schnittverlust.
Beispiel 1 – Architekturbüro: Ein Büro gibt pro Woche etwa 30 A1-Pläne aus. Im Querformat auf einer 914-mm-Rolle belegt jedes Blatt etwa 0,62 m Länge. Pro Woche sind das etwa 19 Meter, pro Monat rund 80 Meter. Eine 50-Meter-Rolle reicht damit gut zweieinhalb Wochen, bei Dreierpacks deckt eine Packung etwa sieben Wochen ab.
Beispiel 2 – A0-Pläne: Ein A0-Blatt im Hochformat ist 1189 mm lang. Mit Rand sind es etwa 1,21 m. Eine 50-Meter-Rolle liefert rund 40 A0-Pläne, eine 45,7-Meter-Rolle etwa 37.
Beispiel 3 – Poster: Ein Schulprojekt druckt zehn Poster im Format 60 × 90 cm auf einer 610-mm-Rolle. Benötigt werden etwa 9,3 Meter, also ein kleiner Teil einer Fotopapierrolle mit 30 Metern.
Diese Zahlen sind Beispielwerte. Ihre eigenen Formate und Randeinstellungen können die Werte verschieben.
Was die Bezeichnungen verraten
Im Sortiment begegnen Ihnen von HP Qualitäten wie Universal Bond Paper, Coated Paper, Heavyweight Coated Paper, Universal Gloss Photo Paper, Everyday Instant-dry Gloss Photo Paper, Premium Instant-dry Satin Photo Paper sowie Professional Matte Canvas. dots bietet Linien wie Basic, Preprint, CAD Color, matt Standard und Foto Glossy an. Ergänzend gibt es einzelne Rollen von MediaRange.
Aus der Bezeichnung lässt sich in der Regel die Papierklasse ablesen: „Bond“ und „Basic“ stehen für ungestrichene Standardpapiere, „Coated“ für gestrichene Qualitäten, „Heavyweight“ für die schwereren Varianten, „Photo“ und „Glossy“ für Fotomedien. Die Rollenlänge variiert ebenfalls deutlich: von etwa 15 Metern bei Canvas über 30 bis 50 Meter bei den meisten Papieren bis zu 175 Metern bei dünnen Basic-Qualitäten für hohe Planvolumen.
Treibereinstellung: der unterschätzte Faktor
Der Plotter dosiert Tinte, Trocknungszeit und Vakuum nach dem eingestellten Medientyp. Wählen Sie im Druckertreiber oder am Bedienfeld den Medientyp, der Ihrem Papier am nächsten kommt. Eine falsche Einstellung führt zu den häufigsten Fehlern:
- Zu viel Tinte für ungestrichenes Papier: Das Papier wellt sich, Farben laufen ineinander, der Druckkopf kann am Papier streifen.
- Zu wenig Tinte für Fotopapier: Farben wirken flau, Schwarztöne grau.
- Falsche Trocknungszeit: Ausdrucke werden im Korb verschmiert oder kleben aneinander.
Für Fotopapier und Canvas lohnen sich die vom Hersteller bereitgestellten Medienprofile, sofern Ihr Gerät sie unterstützt.
Fehler und Lösungen
- Wellen und Beulen in Farbflächen: Papier zu leicht für die Tintenmenge. Auf ein gestrichenes oder schwereres Papier wechseln oder die Tintendichte reduzieren.
- Streifen im Druckbild: Meist liegt es an verstopften Düsen, nicht am Papier. Düsentest durchführen und Reinigung starten.
- Kopfkontakt, Abrieb am Rand: Papier hat sich im Lager aufgerollt oder Feuchtigkeit aufgenommen. Rolle akklimatisieren lassen und bei Bedarf die Druckkopfhöhe anpassen.
- Linien verlaufen: Ungestrichenes Papier mit Fotoeinstellung bedruckt. Medientyp korrigieren.
- Rolle läuft schief ein: Rolle sitzt nicht bündig an der Anschlagkante der Spindel. Neu einsetzen, Anfang gerade abschneiden.
Lagerung und Handhabung
Lagern Sie Rollen in der Originalverpackung, bei Zimmertemperatur und normaler Luftfeuchte. Stellen Sie Rollen nicht ungeschützt auf eine Kante – Druckstellen an der Rollenkante zeigen sich später als Knicke im Ausdruck. Nach dem Transport aus kalter Umgebung sollten Rollen einige Stunden im Raum liegen. Fotopapier und Canvas nur an den Rändern anfassen, Fingerabdrücke bleiben auf beschichteten Oberflächen sichtbar. Angebrochene Rollen über Nacht aus dem Gerät nehmen oder zumindest abdecken, wenn der Raum sehr trocken oder feucht ist.
Einsatzbereiche
Architektur und Bau: Prüfpläne auf ungestrichenem Papier, Präsentationspläne für Bauherren auf gestrichenem oder schwerem Papier.
Ingenieur- und Vermessungsbüros: Hohe Planvolumen auf preisgünstigem Basic-Papier, farbige Lagepläne auf Coated-Qualitäten.
Werbung, Handel und Messe: Poster, Aufsteller und Schaufensterdekoration auf Fotopapier, das Farben brillant wiedergibt.
Schule und Hochschule: Wissenschaftliche Poster, Projektarbeiten und Ausstellungen. Gestrichenes Papier ist hier ein guter Kompromiss aus Kosten und Wirkung.
Fotografie und Kunst: Fotodrucke im Großformat und Leinwanddrucke auf Canvas für Galerien, Wohnräume oder Praxen.
Checkliste für den Einkauf
1. Maximale Breite und Kerndurchmesser des Plotters prüfen. 2. Zweck festlegen: Strichplan, Farbplan, Poster oder Foto. 3. Passende Papierklasse und Grammatur wählen. 4. Rollenlänge nach Verbrauch auswählen – lange Rollen bedeuten weniger Wechsel. 5. Packungsgröße mit Monatsverbrauch abgleichen; Staffelpreise machen Mehrfachpacks attraktiv. 6. Für Projekte und Abteilungen Kostenstellen im Kundenkonto hinterlegen.
Weitere Rollenpapiere für Kasse, Nadeldrucker und Etikettendrucker finden Sie in der Übersicht Rollen- & Endlospapier.