Kaufratgeber · Lesezeit ca. 10 Min.
Ein Rollladenschrank löst ein Problem, das in fast jedem Büro auftaucht: Der Schrank soll abschließbar sein und viel Stauraum bieten, aber vor ihm ist kein Platz für aufschwingende Türen. Statt Flügeltüren besitzt er einen Rollladen aus Lamellen, der beim Öffnen in den Korpus gleitet. Das Möbel braucht dadurch exakt die Stellfläche seines Gehäuses, gibt die gesamte Front auf einmal frei und wirkt durch die geschlossene Lamellenfläche ruhig und aufgeräumt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Rollladenschrank aufgebaut ist, worin er sich von Schiebetüren- und Flügeltürenschränken unterscheidet, welche Höhen und Breiten sich für welche Nutzung eignen und worauf Sie beim Einkauf für Unternehmen, Behörden, Schulen oder Praxen achten sollten.
So funktioniert ein Rollladenschrank
Der Rollladen besteht aus vielen schmalen, gelenkig verbundenen Lamellen, die in seitlichen Führungsschienen laufen. Beim Öffnen wandert das Lamellenpaket in einen Hohlraum des Korpus, meist hinter der Rückwand oder im Deckel, und ist dann vollständig aus dem Weg. Es gibt zwei Bauarten:
- Vertikaler Rollladen: Die Lamellen laufen waagerecht, der Rollladen wird nach oben oder unten geschoben. Diese Variante ist bei Sideboard-Höhen verbreitet, etwa bei den easyOffice Rollladenschränken von PAPERFLOW.
- Querrollladen (Rollladen quer): Die Lamellen stehen senkrecht, der Rollladen wird seitlich zur Seite geschoben. So arbeitet beispielsweise die Serie Omnispace von CP. Querrollläden lassen sich auch bei hohen Schränken bequem bedienen, weil kein Griff über Kopf nötig ist.
Beide Bauarten haben gemeinsam, dass im geöffneten Zustand die volle Breite des Schranks zugänglich ist. Das unterscheidet den Rollladenschrank vom Schiebetürenschrank, bei dem immer eine Türhälfte vor einem Teil des Inhalts steht.
Rollladen, Schiebetür oder Flügeltür: der direkte Vergleich
Die drei Türvarianten unterscheiden sich vor allem im Platzbedarf vor dem Schrank, im Zugriff auf den Inhalt und in der Optik. Die Tabelle fasst die typischen Eigenschaften zusammen.
| Kriterium | Rollladenschrank | Schiebetürenschrank | Flügeltürenschrank (z. B. Aktenschrank) |
|---|
| Platz vor dem Schrank | nur Stellfläche, kein Schwenkbereich | nur Stellfläche, kein Schwenkbereich | zusätzlich Türschwenkbereich, typisch 40 bis 50 cm je Flügel |
| Zugriff auf den Inhalt | gesamte Front gleichzeitig offen | immer nur etwa die Hälfte der Front offen | gesamte Front offen |
| Optik | ruhige Lamellenfläche, oft Kontrastfarbe möglich | geschlossene, klassische Front | klassische Front, Griffe sichtbar |
| Innenraum | Rollladenkasten nimmt etwas Tiefe oder Höhe ein | Türlaufbahn nimmt etwas Tiefe ein | voller Innenraum nutzbar |
| Typische Einsatzorte | enge Gänge, Großraumbüros, Praxen, Schulen | Flure, Besprechungsräume, hinter Schreibtischen | Archive, Lager, Räume mit viel Fläche |
Praktisch bedeutet das: Wenn Sie den Schrank im Rücken des Arbeitsplatzes aufstellen, an einem Gang oder in einer Zimmerecke, in der Flügeltüren anstoßen würden, sind Rollladen und Schiebetür die Kandidaten. Brauchen Sie häufig Zugriff auf die gesamte Breite, etwa für Ordnerreihen in einem Teamsekretariat oder Verbrauchsmaterial in einer Praxis, hat der Rollladenschrank die Nase vorn. Steht nur selten der Griff zum Inhalt an und soll die Front möglichst robust sein, kann der Schiebetürenschrank die bessere Wahl sein.
Materialien: Stahlkorpus oder Kunststoff
Im Sortiment finden Sie zwei grundsätzlich verschiedene Materialkonzepte.
Rollladenschränke aus Stahl haben einen pulverbeschichteten Stahlkorpus mit Fachböden aus Stahl; der Rollladen selbst besteht häufig aus Kunststofflamellen, bei einigen Modellen aus Stahl. Vertreter sind die Omnispace-Schränke von CP, die Stahl-Rollladenschränke von Tetricon in Lichtgrau sowie Modelle von BISLEY und Gürkan. Stahl punktet mit hoher Fachbodentragkraft, Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit und einer langen Nutzungsdauer. Typische Farben sind Lichtgrau, Verkehrsweiß, Schwarzgrau und Silber, oft mit Rollladen in abgesetzter Farbe.
Rollladenschränke aus Kunststoff wie die easyOffice-Serie von PAPERFLOW bestehen aus einem leichten, robusten Kunststoffkorpus, der sich werkzeuglos zusammenstecken lässt. Die Serie ist in vielen Dekorlinien erhältlich, darunter Vintage, Industrial, Garden Factory, Black & White und Business. Diese Schränke wiegen deutlich weniger als Stahlmodelle, lassen sich leicht umstellen und bringen Farbe in Teamküchen, Kindergärten, Empfangsbereiche oder Kreativabteilungen. Modelle mit Holzdekor-Korpus, etwa von fm und VCM my office, verbinden die Rollladentechnik mit der Optik klassischer Büromöbel.
Für Archive mit schweren Ordnerreihen, Werkstätten und stark frequentierte Behördenflure empfiehlt sich Stahl. Für flexible, leichte Einrichtung mit gestalterischem Anspruch sind Kunststoff- und Dekormodelle eine gute Wahl.
Höhen, Breiten und Ordnerhöhen
Büroschränke werden traditionell in Ordnerhöhen (OH) eingeteilt. Eine Ordnerhöhe entspricht etwa 33 bis 36 cm lichter Höhe, sodass ein DIN-A4-Ordner stehend hineinpasst. Die im Sortiment vertretenen Höhen lassen sich grob so zuordnen (Richtwerte, die genauen Maße finden Sie im jeweiligen Artikel):
| Schrankhöhe (typisch) | Ordnerhöhen | Typische Nutzung |
|---|
| etwa 72 cm | 2 OH | Sideboard hinter dem Schreibtisch, Ablage auf der Deckplatte |
| etwa 103 bis 110 cm | 3 OH | Sideboard mit Arbeitsfläche, Raumteiler im Großraumbüro |
| etwa 135 cm | 3,5 bis 4 OH | halbhoher Schrank, Deckplatte noch als Ablage nutzbar |
| etwa 166 cm | 4 OH | Standardschrank für Teamarbeitsplätze |
| etwa 198 bis 204 cm | 5 OH | Hochschrank für Archiv und Registratur |
Die gängigen Breiten liegen bei 80, 100, 110 und 120 cm, die Tiefen zwischen etwa 41 und 46 cm. Ein Schrank mit 120 cm Breite nimmt pro Fachboden etwa drei Ordnerreihen à 40 cm auf, was je nach Rückenbreite der Ordner etwa 14 breite (8 cm) oder 20 schmale (5 cm) Ordner entspricht. Bei 80 cm Breite sind es etwa 9 bis 10 breite Ordner je Boden.
Beispielrechnung: Wie viel Stauraum brauchen Sie?
Angenommen, eine Abteilung muss 120 breite DIN-A4-Ordner griffbereit halten. Ein Rollladenschrank mit 120 cm Breite fasst nach obiger Faustregel etwa 14 Ordner je Fachboden. Ein Hochschrank mit 5 OH bietet fünf Ebenen, also etwa 70 Ordner. Für 120 Ordner benötigen Sie demnach zwei Hochschränke oder einen Hochschrank plus einen Schrank mit 4 OH. Planen Sie zusätzlich etwa 20 Prozent Reserve ein, damit Zuwachs nicht sofort zu Platzmangel führt. Diese Rechnung ist eine Orientierung; Ordnerbreiten, Fachbodenstärken und der Platzbedarf des Rollladenkastens variieren je nach Modell.
Einsatzszenarien aus der Praxis
- Großraumbüro und Teamsekretariat: Schränke mit 3 OH als Raumteiler zwischen Arbeitsgruppen. Die Deckplatte dient als Ablage für Drucker oder Postkörbe, der Rollladen verschwindet beim Öffnen, ohne Kollegen im Gang zu behindern.
- Praxis und Behandlungsraum: Verbrauchsmaterial, Formulare und Patientenunterlagen bleiben hinter dem geschlossenen Rollladen blickgeschützt, der Schrank lässt sich mit einem Griff komplett öffnen und wieder schließen.
- Schule und Lehrerzimmer: Klassensätze, Unterrichtsmaterial und Prüfungsunterlagen abschließbar aufbewahren; Kunststoffmodelle sind leicht und unempfindlich gegen Stöße.
- Empfang und Besprechungsraum: Modelle in Weiß oder mit Dekor-Rollladen fügen sich in repräsentative Räume ein, Technik und Unterlagen bleiben unsichtbar.
- Verwaltung und Behörde: Hochschränke mit 5 OH für die laufende Registratur, bei Bedarf mit Schließanlage für mehrere Schränke.
Schließen, Sichern, Datenschutz
Rollladenschränke sind in der Regel mit einem Zylinderschloss ausgestattet, das den Rollladen in der geschlossenen Position arretiert. Die Schlösser werden meist mit zwei Schlüsseln geliefert. Für Behörden, Kanzleien und Personalabteilungen ist das relevant, weil personenbezogene Unterlagen nach den allgemeinen Grundsätzen der DSGVO vor unbefugtem Zugriff zu schützen sind; ein abschließbarer Schrank ist dafür eine einfache technische und organisatorische Maßnahme, ersetzt aber keine rechtliche Prüfung Ihrer konkreten Anforderungen. Wenn Sie mehrere Schränke beschaffen, fragen Sie nach gleichschließenden Zylindern oder einer Schließanlage, sofern der Hersteller dies anbietet; so kommen Sie mit wenigen Schlüsseln aus.
Aufstellen und Ausrichten in fünf Schritten
1. Stellfläche prüfen: Breite plus etwa 2 cm Luft seitlich, Tiefe laut Artikelangabe, Höhe plus Reserve für Deckenleuchten oder Fensterbänke. 2. Transportweg kontrollieren: Große Schränke werden per Spedition frei Bordsteinkante geliefert. Prüfen Sie Türbreiten, Aufzug und Treppen, bevor der Schrank im Haus bewegt wird; zerlegt gelieferte Modelle sind hier im Vorteil. 3. Ausrichten: Viele Modelle besitzen Stellfüße oder Ausgleichsschrauben. Richten Sie den Korpus mit einer Wasserwaage aus, sonst läuft der Rollladen schwergängig oder verkantet. 4. Wandbefestigung: Hochschränke ab etwa 160 cm sollten gegen Kippen gesichert werden, besonders wenn obere Fachböden schwer beladen sind. Nutzen Sie die vorgesehenen Befestigungspunkte und zum Untergrund passende Dübel. 5. Fachböden einsetzen und Last verteilen: Schwere Ordner nach unten, leichte Materialien nach oben. Beachten Sie die vom Hersteller angegebene Tragkraft je Boden.
Pflege und Wartung
Pulverbeschichteter Stahl benötigt nur ein feuchtes Tuch mit mildem Reiniger; scheuernde Mittel vermeiden Sie, um die Beschichtung nicht zu beschädigen. Kunststofflamellen reinigen Sie ebenfalls mit einem weichen Tuch, Lösungsmittel sind tabu. Läuft der Rollladen nach Jahren schwerer, hilft meist das Entfernen von Staub aus den Führungsschienen; auf Öl oder Fett sollten Sie verzichten, weil es Staub bindet. Kontrollieren Sie bei beladenen Hochschränken gelegentlich die Wandbefestigung.
Typische Fehler beim Einkauf
- Rollladenkasten vergessen: Bei einigen Modellen reduziert der Kasten die nutzbare Tiefe oder Höhe des obersten Fachs. Prüfen Sie die Innenmaße, wenn Sie Ordner oder Boxen mit festen Maßen einlagern.
- Raumhöhe nicht gemessen: Ein Hochschrank mit etwa 2 m Höhe plus Dübelmontage braucht Luft nach oben; Dachschrägen, abgehängte Decken oder Lüftungskanäle werden gern übersehen.
- Ohne Fachböden bestellt: Manche Varianten werden ohne Fachböden angeboten, etwa als Garderobe oder für Hängeregister. Vergleichen Sie die Angabe „Fachböden“ in der Artikelbezeichnung mit Ihrem Bedarf.
- Gang nicht berücksichtigt: Bei Querrollläden muss seitlich Platz zum Greifen des Griffs bleiben, wenn der Schrank bündig in einer Nische steht.
- Nur auf den Preis geschaut: Ein Kunststoffschrank ist für das Archiv mit 70 Ordnern eher nicht geeignet; ein Stahl-Hochschrank für den gelegentlich genutzten Besprechungsraum ist dagegen oft überdimensioniert.
Marken im Sortiment
PAPERFLOW stellt mit der easyOffice-Serie die größte Auswahl: Kunststoff-Rollladenschränke in 104 cm und 204 cm Höhe und zahlreichen Dekoren. CP liefert mit Omnispace Stahlschränke mit Querrollladen in Breiten von 80 bis 120 cm und Höhen von 72 bis 198 cm, passend dazu gibt es einen Aufsatz-Rollladenschrank in gleicher Tiefe. BISLEY steht für langlebige Stahlmöbel aus britischer Fertigung, Gürkan für solide Stahlschränke zu attraktiven Konditionen. Holzdekor-Modelle finden Sie bei fm und VCM my office, und unter der Eigenmarke Tetricon führen wir Stahl-Rollladenschränke in Lichtgrau.
Verwandte Kategorien
Wenn der Rollladenschrank nicht der passende Typ ist, finden Sie in der Übersicht Schränke alle Alternativen: den Schiebetürenschrank für robuste Fronten ohne Schwenkbereich, den Stahlschrank mit Flügeltüren für Werkstatt und Lager, den Aktenschrank in Holzdekor und den Hängeregistraturschrank für Hängemappen.
Bestellen für Unternehmen und Einrichtungen
Firmen, Behörden, Schulen und Vereine bestellen bei Tetricon.de auf Rechnung. Bei mehreren Schränken greifen Staffelpreise, und im Kundenkonto ordnen Sie Bestellungen Kostenstellen zu. Große Rollladenschränke liefern wir per Spedition frei Bordsteinkante; der Transport ins Gebäude und der Aufbau liegen bei Ihnen. Für Projekte mit größeren Stückzahlen, etwa die Ausstattung einer ganzen Etage, erstellen wir Ihnen über den Beschaffungsservice ein individuelles Angebot.